Laschet: Wiederaufbau in Hochwasser-Regionen wird Jahre dauern – Merkel verspricht schnelle Hilfen

CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet | Foto: Imago / Political-Moments

Weggerissene Häuser, riesige Löcher im Boden und Infrastrukturschäden in unfassbarem Ausmaß: Die Hochwasserkatastrophe hat vielen Menschen alles genommen – unzählige verloren sogar ihr Leben.

  Aktualisiert | 19. Juli 2021, 01:26 Uhr  

Düsseldorf/Mainz (evn) – „Der Wiederaufbau wird Monate, ja Jahre dauern“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag in einer Fernsehansprache im WDR. Er verdeutlichte, dass dem Bundesland ein Kraftakt bevorstehe. Die Wunden dieser Tage werde man noch lange spüren, so der Kanzlerkandidat der Union weiter. Allein in NRW wurden bislang mindestens 46 Todesopfer im Zusammenhang mit den schlimmen Unwettern gezählt.

Gravierende Schäden entstanden durch das Unwetter auch im Bahnverkehr. Laut einem ersten Lagebild der Deutschen Bahn hat die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu „massiven Beschädigungen“ an 80 Stationen sowie an Gleisen auf mehr als 600 Kilometern Länge geführt.


Beim Fernverkehr meldete das Unternehmen hingegen erste Fortschritte: Die ICE-Züge fahren wieder von Köln nach Brüssel, Bonn ist wieder an den Fernverkehr angeschlossen, und auch die Fahrt von Berlin nach Köln und Düsseldorf ist wieder möglich. Zum Start in die neue Woche rechnet die Bahn mit „einer weiteren Normalisierung des Fernverkehrs für Ziele in NRW“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntag Rheinland-Pfalz besucht. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besichtigte sie besonders hart vom Hochwasser betroffene Ortschaften des Bundeslandes. Merkel zeigte sich im Katastrophen­gebiet erschüttert und versprach schnelle Hilfen.

Deutschlandweit stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer am Wochenende auf fast 160. Während die Wassermassen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts zurück­gingen und die Aufräumarbeiten laufen, verursachten heftige Regenfälle in Südostbayern, in der Sächsischen Schweiz und in Österreich weitere Überschwemmungen und Erdrutsche. Sie hatten aber nicht die Ausmaße wie im Westen.