Scheuer: Schadens­behebung wird riesige Aufgabe – Altmaier verlangt Fehler­aufarbeitung beim Katastrophen­schutz

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer äußert sich zur Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland | Foto: DB AG / Bundestag / Achim Melde

Laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wird das endgültige Ausmaß der Infrastrukturschäden nach den Hochwassern erst nach weiteren Räumungsarbeiten zu beurteilen sein.

Berlin (dpa/dts/evn) – „Wenn an der Ahr von 35 Brücken wohl 20 zerstört sind, dann kann man jetzt schon die Riesenaufgabe, die vor uns steht, erahnen“, sagte Scheuer der Passauer Neuen Presse und dem Donaukurier (Montagsausgaben). Auch Prognosen zur Freigabe von Bahnstrecken seien „erst nach ausgiebiger Schadensbegutachtung möglich, die aufgrund der komplizierten Lage vor Ort aber nur langsam voranschreiten“. Allein auf der Rhein-Ahr-Bahn seien sieben Brücken und 27 Kilometer Gleisanlagen durch das Hochwasser zerstört worden.

Mehrere Tage nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 150 Todesopfern wird mit dem Rückzug der Wassermassen nach und nach das Ausmaß der Schäden sichtbar. Neue Informationen über die Lage kämen zwar minütlich, „aber eben noch sehr punktuell“, sagte Scheuer. „Wir sind von Beginn der Katastrophe an am Arbeiten, um bei Straße, Schiene, Wasserstraße und Mobilfunk ein Schadensbild zu haben.“ Am Montag soll es Lagebesprechungen in seinem Ministerium geben. „Zuerst müssen Wasser und Schlamm beseitigt sein, ehe wir besichtigen und genau beurteilen können.“



Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert unterdessen nach der Flut in Westdeutschland eine Aufarbeitung von Fehlern beim Katastrophenschutz. „Es muss, sobald wir die unmittelbare Hilfe geleistet haben, auch geschaut werden: Gibt es Dinge, die nicht gut gelaufen sind, gibt es Dinge, die schief gelaufen sind?“, sagte er in der Bild-Sendung „Die richtigen Fragen“. Und dann müsse korrigiert werden.

„Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht um Verbesserungen für die Zukunft.“ Altmaier erinnerte an frühere Fluten: Dieses Mal sei die Flut in einer unerwarteten Jahreszeit gekommen, „sodass die Menschen nicht Stunden oder Tage hatten, um sich vorzubereiten“. Deshalb müsse man darüber reden: „Haben wir ausreichend Vorsorge getroffen, um solche Ereignisse rechtzeitig zu erkennen?“ Es gehe darum, „in anderen Teilen von Deutschland rechtzeitig sicherstellen zu können, dass die Gefährdung von Menschen minimiert wird“.

In Bayern, Österreich und an anderen Orten spielten sich bereits ähnliche Ereignisse ab. „Das ist ein wichtiger Warnschlag, ein Warnsignal für uns alle“, fügte der Minister hinzu.