Hochwasser-Katastrophe: Bund rechnet mit zwei Milliarden Euro Schäden bei Bahn und Straßen

Die Hochwasser-Katastrophe vor wenigen Tagen hat enorme Schäden verursacht | Foto: DB AG

Der Bund rechnet laut Regierungskreisen wegen der Hochwasser-Katastrophe bei Schienen und Straßen mit Infrastrukturschäden von mindestens rund zwei Milliarden Euro.

  Aktualisiert | 19. Juli 2021, 21:10 Uhr  

Berlin (evn/dts) – Allein bei der Bahninfrastruktur gebe es demnach einen Schaden von mindestens 1,3 Milliarden Euro, berichtete am Montagabend die Deutsche Presse-Agentur. Im Bundesverkehrs­ministerium tagte zuvor eine Taskforce, an der auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilnahmen. Aus dem Haus von Andreas Scheuer (CSU) hieß es, dass zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schnellst­möglich wieder instandgesetzt werden sollen.

Es könnten zunächst 300 Behelfsbrücken des Bundes in unterschiedlicher Größe bei Bedarf schnell in den Krisenregionen aufgebaut werden. Auch die Bahn will eigene Behelfsbrücken einsetzen, damit die Züge wieder fahren können. Eigentlich müssten Länder und Städte „Leihgebühren“ für die Behelfsbrücken an den Bund bezahlen. Darauf will das Bundes­verkehrs­ministerium aber offenbar verzichten. „Wir haben jetzt unbürokratisch Sofort­maßnahmen ergriffen und werden weitere umsetzen. Wir müssen aufräumen, aufbauen und die gesamte Infrastruktur schnellstens für die Menschen zur Verfügung stellen“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der Bild-Zeitung.


Das Hochwasser habe in verschiedenen Bundesländern erheblichen Schaden angerichtet und unfassbares menschliches Leid gebracht, sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrs­gewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Die EVG habe deshalb mit mehreren Partnern einen Hilfsfonds gegründet.

„Gerade nach der großen wirtschaftlichen Belastung durch die Pandemie müssen die Schäden an Gleisen, Brücken, Gebäuden und Fahrzeugen der Eisenbahnunternehmen schnell beseitigt werden“, so Hommel. „Jetzt muss schnell und planvoll gehandelt werden, damit der wirtschaftliche Schaden für die Deutsche Bahn AG und die Wettbewerbsbahnen nicht noch größer wird.“ Es sei auch an der Zeit, vereinbarte Mittel des Bundes an die Bahn zu überweisen. Hintergrund sind Schäden in der Corona-Krise.