CAF baut batterieelektrische Züge fürs Niederrhein-Münsterland-Netz

Regionaltriebzug Civity des Herstellers CAF | Visualisierung: CAF

Der spanische Zughersteller CAF ist mit dem Bau von 63 batterieelektrischen Zügen beauftragt worden.

Gelsenkirchen (evn) – Statt Dieseltriebwagen sollen ab 2025 im Niederrhein und im westlichen Münsterland lokal emissionsfreie Züge zum Einsatz kommen. Der Auftrag, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gemeinsam mit dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) vergeben hat, umfasst neben der Herstellung auch die Instandhaltung der Züge für 30 Jahre. Gebaut werden die Neufahrzeuge bei CAF im spanischen Beasain.

Bestellt wurden laut Mitteilung des VRR 15 rund 45 Meter lange Fahrzeuge mit 120 Sitzplätzen und 48 rund 55 Meter lange Fahrzeuge mit 160 Sitzplätzen. Das Besondere an den Zügen sei der Antrieb, betonte eine VRR-Sprecherin. Denn die Züge können dank Batteriebetrieb auch auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung elektrisch unterwegs sein. „Auf den elektrifizierten Strecken entnehmen die Züge die Energie aus der Oberleitung, sowohl zum Fahren als auch zum erneuten Aufladen der Batterien“, ergänzte der Leiter für SPNV-Planung beim VRR, Georg Seifert.

Innenansicht der Regionaltriebzüge vom Typ Civity | Visualisierung: CAF

Die neuen Züge seien vom Komfort vergleichbar mit den heutigen RRX-Fahrzeugen und den neuen S-Bahnen, hieß es vom Verkehrsverbund. Sie verfügen über räumlich getrennte Mehrzweckbereiche mit ausreichend Platz für Rollstühle, Kinderwagen oder Fahrräder, haben einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg und sind mit Klapptischen, Steckdosen und WLAN ausgestattet.

Das Niederrhein-Münsterland-Netz umfasst sieben Linien:

    • RE 10 (Kleve – Geldern – Krefeld – Düsseldorf)
    • RE 14 (Essen – Bottrop – Dorsten – Borken / Coesfeld)
    • RE 44 (Kamp-Lintfort – Moers – Duisburg – Oberhausen – Bottrop)
    • RB 31 (Xanten – Moers – Duisburg)
    • RB 36 (Oberhausen – Duisburg-Ruhrort)
    • RB 41 (Geldern – Krefeld – Neuss)
    • RB 43 (Dortmund – Herne – Dorsten)

Die Betriebsaufnahme auf den Linien RE 44, RB 31 und RB 36 ist für Dezember 2025 geplant. Anschließend sollen die übrigen Linien bis Dezember 2028 sukzessive folgen. Welche Eisenbahnverkehrs­unternehmen mit den neuen Fahrzeugen künftig auf den sieben Linien unterwegs sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Hierzu erfolgt später ein separates Ausschreibungsverfahren. Insgesamt umfasst das Netz Verkehrsleistungen von über sechs Millionen Zugkilometer pro Jahr.

Der spanische Zughersteller zeigt sich erfreut über den Auftrag: „Mit diesem Projekt schafft CAF den langersehnten Markteintritt auf den deutschen Markt mit unserer Regionaltriebzug-Plattform Civity. Dieses Prestigeprojekt bietet uns eine sehr gute Ausgangssituation für die Zukunft“, sagte CAF-Deutschland-Chef Marcus Brüning.