Viele Bahnstrecken nach Flutkatastrophe zerstört – Wiederherstellung wird Monate dauern

Hochwasserschäden in NRW und Rheinland-Pfalz | Foto: DB AG

Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden die gravierenden Schäden bei der Bahn immer deutlicher.

  Aktualisiert | 20. Juli 2021, 16:31 Uhr  

Düsseldorf (evn/dpa) – Allein sieben Regionalverkehrsstrecken seien von den Wasser­massen so stark zerstört worden, dass sie neu gebaut oder umfangreich saniert werden müssten, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit. Die Reparatur- und Wieder­aufbau­maßnahmen würden Wochen und Monate dauern. Insgesamt seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern von den Unwetterfolgen betroffen.

Rund 2.000 Mitarbeiter der Bahn sind laut Unternehmensangaben dabei, Gleise, Bahnhöfe und Anlagen von Geröll und Schlamm frei zu räumen. Rund 80 Bahnhöfe wurden durch das Unwetter beschädigt. Wassereinbrüche haben Aufzüge zerstört oder Bahnsteige unterspült. Viele kleinere Reparaturen habe die Bahn bereits erledigt. Darüber hinaus seien aber noch nicht alle Erkundungsarbeiten abgeschlossen.


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Reisende müssen sich nach wie vor auf große Einschränkungen im Nah- und Regionalverkehr einstellen. Wegen gesperrter Strecken verkehrten zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien weiterhin nicht oder nur eingeschränkt. Nach Angaben einer Bahnsprecherin hat das Hoch­wasser in NRW und Rheinland-Pfalz insbesondere die Eifelstrecke, die Voreifel- und Erfttal­bahn, die S-Bahn Rhein-Ruhr Linie 9 (Wuppertal-Essen-Steele) sowie die Strecke Hagen–Brügge und die Ruhr-Sieg-Strecke (Hagen–Plettenberg) stark beschädigt. Auch die Ahrtalbahn ist massiv von der Zerstörung betroffen, hier sind sieben Brücken und 24 Kilometer Strecke nicht mehr oder nur noch rudimentär vorhanden, hieß es weiter. Auf anderen Strecken werde die Reparatur laut Prognosen noch Wochen in Anspruch nehmen, beispielsweise auf dem Strecken­abschnitt zwischen Herzogenrath und Geilenkirchen auf der Strecke Aachen – Mönchen­gladbach oder auf der Verbindung Bochum – Hattingen. Ersatzweise fahren Busse, soweit die Straßen in den Krisenregionen noch intakt seien. Über Verbindungen informierten die Verkehrsverbünde und Eisenbahnverkehrsunternehmen der Regionen.

Die Fernverkehrsverbindungen seien hingegen bis auf wenige Abweichungen wieder uneingeschränkt für Reisen nutzbar. Auch im internationalen Verkehr zwischen Frankfurt – Köln und Brüssel/Amsterdam seien die Züge wieder ohne Unterbrechung unterwegs, teilte die Bahn mit. Trotzdem könne es im Nah- und Fernverkehr weiter zu Verspätungen oder Zugausfällen kommen.

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr sprach von einem „unvorstellbaren Bild der Zerstörung an der Schieneninfrastruktur“. Die Schäden hätten weiterhin erhebliche Auswirkungen. Während beispielsweise im Ahrtal mit vier Gelenkbussen ein Schienenersatz­verkehr zwischen Remagen und Ahrweiler eingerichtet worden sei, sei dies an anderer Stelle bisher nicht möglich.