Brandenburg: Über 225 Millionen Euro weniger Einnahmen im Personennahverkehr

Straßenbahn fährt durch Nauener Tor in Potsdam | Foto: Imago / Joko

Brandenburg rechnet in diesem Jahr coronabedingt mit Einnahmeausfällen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von rund 118,4 Millionen Euro. 2020 lag der Wert nur geringfügig darunter.

Potsdam (dpa/evn) – Als Ausgleich für diese Pandemieschäden erhält das Land für 2021 vom Bund rund 27,8 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort des Verkehrsministeriums in Potsdam auf eine Anfrage der Linksfraktion des Landtags hervor. Den Angaben zufolge will das Ministerium außerplanmäßige Ausgaben beim Finanzministerium beantragen, um die Mehrbelastungen für dieses Jahr abzufedern. Die Höhe der Landesmittel stehe derzeit noch nicht fest, hieß es.

Im vergangenen Jahr war der Schaden im Personennahverkehr laut Corona-Rettungsschirm auf 108,5 Millionen Euro beziffert worden. Davon entfielen knapp 21 Millionen Euro auf den kommunalen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und 87,5 Millionen auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Die tatsächlich entstandenen vorjährigen Schäden müssen laut Ministerium bis Ende September nachgewiesen werden.

Nach Jahren des Anstiegs waren die Fahrgastzahlen im Regionalverkehr und bei der Berliner S-Bahn 2020 zum Teil dramatisch eingebrochen. 2019 gab es noch rund 92 Millionen Fahrgäste in Berlin und Brandenburg sowie aus Nachbarländern im Regionalverkehr, ein Jahr später waren es nur noch 74 Millionen. Bei der S-Bahn sank die Zahl der Fahrgäste in diesem Zeitraum von 485 Millionen auf 334 Millionen. Für den Fahrgastrückgang im kommunalen ÖPNV lagen bislang noch keine belastbaren Daten vor.

Der Rückgang der monatlichen Fahrgastzahlen im Regionalverkehr schwankte während der Corona-Pandemie erheblich. Nach einzelnen Erhebungen auf ausgewählten Linien des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg lag die Nachfrage im Monat April 2020 montags bis freitags bei 38 Prozent, am Wochenende sogar nur bei 33 Prozent. Im September erreichte die Nachfrage mit 76 Prozent montags bis freitags und 89 Prozent am Wochenende dagegen die höchsten Werte.