Münchner Start-up entwickelt neuartiges Verkehrssystem

Die Kabinen können für Personen- sowie für Frachttransporte genutzt werden | Visualisierung: Ottobahn

Ein Münchner Start-up-Unternehmen hat ein neuartiges Verkehrssystem mit Gondeln an Schienen entwickelt. Auf den ersten Blick erinnert die Ottobahn, so der Name des Systems, ein wenig an die Wuppertaler Schwebebahn.

München (evn) – Geht es nach den Erfindern sollen einzelne Gondeln – für den Transport von Personen oder Fracht – in fünf bis zehn Metern Höhe in einem Schienensystem verkehren. Der Betrieb soll dabei elektrisch und die Steuerung autonom erfolgen. In den nächsten zwei Jahren wollen die Entwickler das neue System zur Serienreife bringen. Dafür entsteht in Taufkirchen, südlich der bayerischen Landeshauptstadt, eine knapp 900 Meter lange Teststrecke. Der Bau wurde bereits genehmigt. Die Kosten für die Anlage, die von 42 Schleuderbetonmasten getragen wird, soll bei etwa fünf Millionen Euro liegen.

Wie der zuständige Bürgermeister, Ullrich Sander (parteilos), laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sagte, sei er „sehr stolz“, dass die Teststrecke an der Ludwig-Bölkow-Allee entstehe. „Vielleicht bringt uns diese innovative Technik auch eine Verkehrsentlastung, die wir im Süden von München so dringend brauchen“, wird Sander zitiert.

Hinter dem Vorhaben steckt das gleichnamige Unternehmen Ottobahn, das 2019 gegründet wurde. Geschäftsführer des Start-ups sind Mattika Heinrich und Marc Schindler. Sie hoffen, dass die geplante Teststrecke später einmal Teil der ersten regulären Ottobahn-Verbindung überhaupt wird – zwischen dem TU-Campus in Taufkirchen und dem Karl-Preis-Platz in München, wobei die Schienen oberhalb des Mittelstreifens der A 8 verlaufen sollen. 

Der Name Ottobahn geht laut den Unternehmensgründern auf Otto I. zurück, Bayerns ersten Herzog aus der Familie der Wittelsbacher.