Bauprojekt Fehmarn­belt-Tunnel: Experten räumen Munitions­altlasten

Der Fehmarnbelt-Tunnel soll in einigen Jahren die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden | Visualisierung: Femern A/S

Experten haben auf dem deutschen Abschnitt des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels Munitionsaltlasten geräumt.

Fehmarn (dpa) – Bei Untersuchungen waren eine Wasserbombe, eine britische Grundmine sowie mehrere Granaten gefunden worden, wie die dänische Projektgesellschaft Femern A/S am Dienstag mitteilte. Während die Granaten und die Wasserbombe geborgen wurden, entschärften Experten die Grundmine und brachten sie zum Munitionsversenkungsgebiet Kolberger Heide in der Kieler Bucht.

„Die Beseitigung der Munitionsaltlasten kommt auch der Umwelt im Fehmarnbelt zugute“, sagte der zuständige Direktor von Femern A/S für seeseitige Arbeiten, Pedro da Silva Jørgensen. Anfang Juli hatten vor der dänischen Küste die Aushubarbeiten für den neuen Tunnel begonnen.


MEHR ZU DIESEM THEMA

Auf dänischer Seite des Fehmarnbelts wurden im Frühjahr zwei Blindgänger identifiziert. Sie sollen voraussichtlich im Herbst kontrolliert gesprengt werden. Dabei soll auch Blasenschleier-Technik zum Einsatz kommen, um Tiere zu schützen.

Der etwa 18 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an die deutsche Ostseeinsel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden. Dänemark wird den Tunnel auf eigene Kosten von geschätzt 7,1 Milliarden Euro bauen und betreiben. Deutschland muss für die Kosten der Straßen- und Schienenanbindung auf schleswig-holsteinischer Seite in Höhe von 3,5 Milliarden Euro aufkommen. Darin enthalten ist ein Risikopuffer von 1,1 Milliarden Euro.