Neues Bahnwerk in Cottbus geht zwei Jahre früher in Betrieb

Ein ICE 4 in einem Instandhaltungswerk | Foto: DB AG / Oliver Lang

Schon 2024 will die Deutsche Bahn in Cottbus Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE 4 instand halten. Ursprünglich war die Inbetriebnahme erst für 2026 geplant.

Cottbus (evn) – Wie das Unternehmen mitteilte, werde man beim neuen Bahnwerk auf ein Zwei-Hallen-Konzept setzen. Anstelle einer großen Instandhaltungshalle mit sechs Gleisen entsteht zunächst eine zweigleisige Halle schon bis 2024. Bis 2026 soll dann eine weitere Halle mit vier Gleisen folgen. Mit diesem Konzept werden Teile des neuen Werks früher in Betrieb genommen, gab die Bahn am Dienstag bekannt. Durch die frühere Inbetriebnahme stünden so schneller zusätzliche Kapazitäten für die Instandhaltung der neuen ICE-4-Züge zur Verfügung. Der Bau soll schon 2022 starten, vorbereitende Maßnahmen wie die Sondierung des Baugrundes laufen nach Angaben der Bahn bereits.

„Wir brauchen dieses Werk, damit noch mehr ICE-4-Züge fahren und noch mehr Menschen die Bahn als klimafreundlichstes Verkehrsmittel nutzen können“, sagte Bahnchef Richard Lutz. Laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) habe sein Bundesland immer dafür gekämpft, „dass mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung neue Industriearbeitsplätze geschaffen werden.“ Dieses Versprechen werde nun eingelöst. “Das neue Instandhaltungswerk reiht sich in eine ganze Reihe von Projekten am Standort Cottbus ein, mit der wir die Lausitz als Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum weit über Brandenburg hinaus bekannt machen werden“, so Woidke weiter.

Bis 2024 will die Bahn mehr als 500 neue Mitarbeitende einstellen, bis 2026 sollen noch einmal 700 neue Stellen hinzukommen.

DB-Angaben zufolge werde derzeit etwa alle drei Wochen ein neuer ICE 4 vom Zughersteller Siemens an die Deutsche Bahn übergeben. Derzeit umfasst die Flotte demnach fast 80 Züge. Bis Ende 2024 sollen alle 137 ICE 4-Triebzüge ausgeliefert und im Einsatz sein.

Die in Cottbus ursprünglich geplante neue Halle für Hybridlokomotiven soll nun in das bestehende Werk integriert werden, wie das Unternehmen zudem mitteilte. Im Laufe der Vorplanungen habe sich herausgestellt, dass dadurch effizientere Produktionsabläufe möglich seien.

Das neue Werk wird auf Basis des Investitionsgesetzes Kohleregionen finanziert. Vorgesehen sind daraus Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro. Mit diesem Gesetz unterstützen Bund und Länder die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Brandenburg, im Freistaat Sachsen, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen beim Aufbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze und neuer Wirtschaftsstrukturen.