Große Ankündigung: Ottobahn will Individual­verkehr revolutionieren

Ottobahn ist ein Verkehrssystem mit Gondeln an einem Schienensystem | Visualisierung: Ottobahn

Mit der Ottobahn will ein junges Münchner Start-up-Unternehmen den Individual­verkehr revolutionieren.

München (evn) – Auf den ersten Blick ähnelt das neue Verkehrssystem ein wenig der Wuppertaler Schwebebahn oder auch dem Cabinentaxi, das bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurde. „Ottobahn ist ein emissionsfreies und vollautonomes Transportsystem oberhalb heutiger Straßen, das in einer Höhe von fünf bis zehn Metern gebaut wird“, heißt es in einer Pressemitteilung des gleichnamigen Unternehmens Ottobahn GmbH.

Das neue Transportsystem besteht aus hängenden Kabinen, die sich schienengebunden und zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fortbewegen. Damit leiste man einen „signifikanten Beitrag“ zur „Reduzierung des durch den Verkehr verursachten CO2-Ausstoßes.“ Über eine App sollen Passagiere ihre Fahrt individuell buchen können. Zwischenstopps, Umsteigen oder die Suche nach einem Parkplatz sollen damit der Vergangenheit angehören, versprechen die Entwickler.


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Eine Strecke wie München – Berlin sei mit dem neuen System in zweieinhalb Stunden zu bewältigen, kündigte das 2019 gegründete Unternehmen an. „Mit Ottobahn planen wir nicht weniger, als den Verkehr in und zwischen Städten zu revolutionieren“, sagte Geschäftsführer Marc Schindler. „Unser Verkehrssystem verwandelt Straßen in grüne Lebensadern und gibt Menschen und Natur Raum zurück. Dabei verbindet die Ottobahn die Sicherheit eines schienengeführten Systems mit dem Komfort eines Autos.“

Den technischen Grundstein für das neue System hat das Ottobahn-Team innerhalb der letzten zwei Jahre gelegt. In Kürze stehe der Spatenstich für die erste Teststrecke in Taufkirchen südlich von München an. Dafür startet das Software-Unternehmen nun eine Finanzierung über die Crowdinvesting-Plattform FunderNation.

Nach Angaben des Unternehmens hätten bereits mehrere Kommunen ihr Interesse bekundet. Auch international werde das Projekt beobachtet, heißt es. Mit dem im zweiten Halbjahr startenden Bau der 900 Meter langen Teststrecke startet der Prozess der Zulassung unterstützt durch den TÜV SÜD. Wie die Entwickler zudem ankündigen, werde der Aufbau einer ersten kommerziell betriebenen Strecke für das Jahr 2023 erwartet.