Lokführergewerkschaft lehnt Bahn-Gesprächsangebot ab

Abgestellte Lokomotiven | Foto: EVN

Im Konkurrenzkampf der Bahngewerkschaften hat die GDL ein Gesprächsangebot des Konzerns vorerst zurückgewiesen.

  Aktualisiert | 29. Juli 2021, 14:32 Uhr  

Berlin (dpa) – Die Bahn hatte vor zwei Wochen vorgeschlagen, gemeinsam ein geordnetes Nebeneinander der beiden Gewerkschaften zu besprechen. Dieses Angebot sei unaufrichtig, kritisierte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Donnerstag. Der Arbeitgeber wolle den Geltungsbereich ihrer Tarifverträge einschränken.

Erst nach einem positiven Abschluss der laufenden Tarifrunde sei die GDL zu einem solchen Gespräch bereit. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) als dritte Beteiligte hat sich noch nicht dazu geäußert.

Die Bahn betonte, ihr Gesprächsangebot sei an keinerlei Bedingungen geknüpft gewesen. Das Unternehmen kritisierte, die GDL spiele auf Zeit und habe nur Machtinteressen im Blick. Die Bahn und die Lokführergewerkschaft befinden sich in einem festgefahrenen Tarifkonflikt. Bei der Gewerkschaft läuft eine Urabstimmung über Streiks.

Davon unabhängig setzt die Bahn das Tarifeinheitsgesetz um. Es sieht vor, dass in einem Betrieb mit zwei Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der jeweils größeren zur Anwendung kommt. In den meisten Bahn-Betrieben ist das die EVG.

Bis Ende vergangenen Jahres gab es jedoch eine Vereinbarung zwischen dem Konzern und der GDL, dass auch deren Tarifverträge angewendet werden. Dieser Vertrag ist inzwischen ausgelaufen, deshalb muss die Bahn nun das Gesetz umsetzen. Für eine neue Vereinbarung mit der GDL wäre die Zustimmung der EVG notwendig.