1:1-Modell macht neue BVG-Straßenbahn erlebbar

1:1-Modell der neuesten BVG-Straßenbahn | Foto: BVG / Andreas Süß

Bis die ersten neuen Berliner Straßenbahnen in Betrieb gehen, dauert es noch rund eineinhalb Jahre. Erlebbar ist das künftige Fahrzeug aber jetzt schon – zumindest als 1:1-Modell.

Berlin (evn) – Das sogenannte Mockup der neuen Straßenbahn steht aktuell auf dem Betriebs­hof in Berlin-Weißensee und steigert dort die Vorfreude auf die neuen Züge, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilten. Gebaut wurde der Endwagen im Maßstab 1:1 von der Berliner Firma IFS Design aus insgesamt rund 2.500 Einzelteilen. Zahlreiche Original-Bauteile wie beispielsweise Warnleuchten, Schalter, Infomonitore, Fahrersitz oder Türtaster vereinen sich mit dem Korpus aus Holzelementen zu einer nahezu perfekten Illusion.

Das Modell dient beispielsweise der praktischen Abstimmung mit Interessenverbänden ebenso wie der Schulung der Beschäftigten und der Feinplanung der Innenausstattung. So kann beispielsweise die genaue Anordnung und Größe der Sitze in der Produktion noch variiert werden.

„Endlich ist sie greifbar – unsere neue Straßenbahn für Berlin“, zeigte sich BVG-Betriebs­vorstand Rolf Erfurt erfreut. „Zum modernen Design, das wir schon im Modell sehen, kommt noch die moderne Technik für Zuverlässigkeit, Sicherheit und Komfort.“ Erfurt ist sich sicher, dass die Fahrgäste von den neuen Fahrzeugen begeistert sein werden.

Das maßstabsgetreue Modell bietet die Möglichkeit, Design und Funktionalitäten einer eingehenden Prüfung zu unterziehen, bevor die tatsächliche Produktion der Fahrzeuge startet, sagte Dirk Wunderlich, Vice President Urban Transport von Alstom in Deutschland.

Ein Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 117 Fahrzeugen wurde im Dezember 2020 zwischen der BVG und dem damaligen Zughersteller Bombardier Transportation, der seit Januar zur Alstom-Gruppe gehört, unterzeichnet. Bestellt wurden Zweirichtungsfahrzeuge in den Längen 30 bzw. 50 Meter. Das Mindestvergabevolumen beträgt rund 350 Millionen Euro. Zusätzlich dazu wurde eine Ersatzteil­versorgung durch den Fahrzeughersteller für mehr als 30 Jahre vereinbart. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe sollen die 50-Meter-Versionen künftig auf der besonders stark nachgefragten Linie M4 eingesetzt werden, wo derzeit GT6-Fahrzeuge in Doppeltraktion fahren. Die 30-Meter-Versionen sollen hingegen vor allem im Südosten Berlins eingesetzt werden und dort ebenfalls ältere Straßenbahnen vom Typ GT6 ersetzen. Die Auslieferung der Fahrzeuge soll zwischen Ende 2022 und 2033 erfolgen.