Nikutta: Ausbauvorhaben wird Güterverkehr im Bayerischen Chemiedreieck verändern

Sigrid Nikutta, DB-Cargo-Chefin, und Klaus-Peter Zellmer, Leiter Großprojekt ABS 38 | Foto: DB AG

Mit der Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau der Bahn­strecke München – Mühldorf – Burg­hausen sollen künftig auch die Liefer­ketten im Güter­verkehr des Bayerischen Chemie­dreiecks klimaneutral werden.

Mühldorf am Inn (evn) – Laut Prognosen werde der Schienengüterverkehr im Chemiedreieck bis 2030 um über 70 Prozent wachsen. Bernhard Langhammer von der Initiative ChemDelta Bavaria betonte daher, dass die geplante Umsetzung bis dahin „ohne Verzögerung erfolgen“ müsse.

Am Freitag hatten sich Vertreter der Initiative mit Politikern und der Güterverkehrschefin der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta, zum Austausch im Mühldorfer InfoCenter getroffen. Das Bild des Güterverkehrs für die Region werde sich mit dem Ausbau des Bahnprojekts komplett verändern, betonte die Vorstandsvorsitzende von DB Cargo. Gemeinsam mit dem Chemie­dreieck setze man „langfristige Wachstumsziele klimaneutral um“. Geachtet werde dabei auch auf das Thema Lärmschutz – mit neuen Elektroloks und lärmreduzierten Güterwagen, versprach sie.

Stephan Mayer (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, zeigte sich erfreut, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, gemeinsam mit den Bundesverkehrs­ministern Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer die Finanzierung des Bahnausbaus zu sichern.

Die bessere Anbindung des Bayerischen Chemiedreiecks ist Teil der Ausbaustrecke (ABS) 38. Insgesamt umfasst das Projekt knapp 145 Kilometer von München über Mühldorf nach Freilassing und Burghausen. Neben dem Güterverkehr wird künftig auch der Personenverkehr in der Region Südostbayern nutzerfreundlicher mit dem Großraum München sowie dem Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt verbunden. Durch den zweigleisigen Ausbau in weiten Teilen und die durchgehende Elektrifizierung soll die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde angehoben werden. Davon soll auch der internationale Fernverkehr von Paris nach Budapest profitieren, da die Strecke Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes ist.