EVG gegen zweite Bahnreform – Vorhaben würde „Beschäftigten massiv schaden“

EVG-Vize Martin Burkert | Foto: Pixabay / EVG

Die Eisenbahn- und Verkehrs­gewerk­schaft (EVG) äußert Befürch­tungen, dass eine zweite Bahn­reform Arbeits­plätze kosten könnte. Zudem würde ein Umbau des Bahn­konzerns das System Schiene für lange Zeit lähmen, argumentiert die Gewerk­schaft.

Berlin (evn) – Die geforderte Trennung von Netz und Betrieb „würde zum einen den Beschäftigten massiv schaden, also den Menschen, die den Betrieb am Laufen halten. Zum anderen würde dies einen Handlungsstau auf Jahre verursachen“, sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Martin Burkert am Dienstag. „Statt sich um Instandhaltung sowie Aus- und Neubau zu kümmern, würde alle Energie in die Umstrukturierung fließen“, befürchtet er.

Richtig sei allerdings, so räumt Burkert ein, dass es an der strukturellen Wettbewerbs­benachteiligung der Schiene gegenüber der Straße und der Luftfahrt, an der Finanzierung und an falschen Vorgaben aus dem Bundesverkehrsministerium hapert. „Die EVG fordert seit langem eine deutliche Erhöhung der Mittel für den Aus- und Neubau inkl. elektrifizierter Umleitungsstrecken. Verzögerungen beim Aus- und Neubau stammen aus der Zeit des geplanten Börsengangs“, erklärte der EVG-Vize.


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Die Fehler der vergangenen Jahre könnten und müssten korrigiert werden, sagte Burkert, jedoch „ohne den integrierten Konzern zu opfern.“ Eine staatliche Infrastrukturgesellschaft, wie sie unter anderem von einem breit aufgestellten Bündnis gefordert wird, würde laut der Gewerkschaft neue Bürokratie schaffen.

Am Montag hatten sich mehrere Unterzeichner eines Positionspapiers für die Abspaltung des deutschen Schienennetzes vom Staatskonzern ausgesprochen. Hierzu gehörten die Verbände Mofair, Allrail und das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) sowie der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), der Fahrgastverband Pro Bahn, die Lokführergewerkschaft GDL und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB).