Naumann: „Tschechisches Signal- und Sicherungssystem muss dringend überarbeitet werden“

Foto: HZS Plzeňského kraje / Pro Bahn

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn hat nach dem schweren Zugunglück in Tschechien die im dortigen Schienennetz fehlende Sicherheitstechnik angeprangert.

München (evn) – „Gerade das tschechische Signal- und Sicherungssystem muss dringend überarbeitet werden“, sagte Naumann gegenüber Tagesschau24. Die Regierung wisse das. Mittlerweile werde auch daran gearbeitet – aber das dauere.

Unfälle wie die jetzige Frontalkollision könnten nur passieren, wenn keine weitere Sicherungstechnik vorhanden sei. Sollte in Deutschland ein Zug über ein Haltesignal fahren, bekomme dieser eine Zwangsbremsung durch die sogenannte induktive Zugsicherung, so Naumann.


Ein in München gestarteter Alex-Zug des privaten deutschen Anbieters Länderbahn war am Mittwochmorgen bei Domazlice (Taus) nahe der Grenze zu Bayern mit einem tschechischen Regionalzug zusammengestoßen. Zwei Menschen starben, 38 Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt, sieben von ihnen waren in einem kritischen Zustand, wie es bei der Agentur CTK hieß.

Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. Auch aus Bayern kam Hilfe.