Zug aus München in Tschechien verunglückt – Tote und Verletzte

Unglückstelle nach der Zugkollision | Foto: HZS-Plzenskeho-kraje

Nach einem Zugunglück im Südwesten Tschechiens laufen die Rettungs­arbeiten. Drei Menschen sind nach bisherigen Informationen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich offenbar um die Lokführer der beiden Züge und eine Reisende.

  Aktualisiert | 4. August 2021, 13:34 Uhr  

Domazlice (dpa/evn) – Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Nahverkehrszug zusammengestoßen. Zwei Menschen seien bei dem Unglück ums Leben gekommen, berichtete die Agentur CTK am Mittwoch unter Berufung auf Rettungskräfte. 38 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen befinden sich demnach in einem kritischen Zustand. Dutzende Rettungskräfte und vier Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz, um die verletzten Menschen zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen. 

Auch Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem Landkreis Cham sind beim Zugunglück im Einsatz. „Aufgrund der Nähe zur bayerischen Grenze wurden die Einheiten im Rahmen des grenzüberschreitenden Rettungsdienstes aktiv“, teilte das Bayerische Rote Kreuz mit.

Nach Angaben der Stadt Regensburg wurde zudem das Krankenhaus Cham für die Aufnahme möglicher Patienten in Bereitschaft versetzt. Auch der Rettungshubschrauber Christoph Regensburg war im Einsatz. Zur Zahl der bayerischen Einsatzkräfte oder der Zahl möglicher Verletzter aus Deutschland konnte die Stadt zunächst keine Angaben machen.

„Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort“, teilte der tschechische Verkehrs­minister Karel Havlicek mit. Der Expresszug München – Prag habe nach ersten Erkenntnissen bei Domazlice (Taus) nahe der deutschen Grenze ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert. Letzterer verkehrt auf der Strecke Pilsen (Plzen) – Domazlice.


Der aus Deutschland kommende Expresszug gehört zum privaten deutschen Anbieter Länderbahn (Alex). Wie das Unternehmen mitteilte, sei dieser am Mittwochmorgen auf der Strecke zwischen München und Prag unterwegs gewesen. Die Länderbahn habe mehrere deutsche und tschechische Notfallmanager zur Unfallstelle entsandt. Weitere Infos zu dem Unglück teilte das Unternehmen zunächst nicht mit. Mittlerweile wurde von der Länderbahn eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Sie sei unter der Nummer 0341/9135 4040 zu erreichen.

Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheits­technik gilt vielerorts als veraltet. Die Regierung hat ein Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben, darunter ein Deutscher.