SPD-Politiker Bartol gegen Zerschlagung der Deutschen Bahn

Schienennetz der Bahn | Foto; Pixabay

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Sören Bartol, hält Pläne zur Zerschlagung des Bahnkonzerns für einen Irrweg.

Berlin (evn) – „Eine Zerschlagung als Neuanfang schönzureden ist schlichtweg falsch und unlauter“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel.

Der Wirtschaftspolitiker reagiert damit auf ein breites Bündnis von privaten Bahn­konkur­renten, der Lokführergewerkschaft GDL, der Bauindustrie und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Die Unterzeichner eines Positionspapiers fordern die Gründung und Aufsicht eines eigenständigen Bundesschienen-Infrastrukturunternehmens. Damit solle „das Infrastrukturmanagement sowohl am Gemeinwohl als auch an den bundesweiten Netznot­wendigkeiten ausgerichtet werden“, so die Verbände.



Zuvor hatten sich schon die Grünen und die FDP für eine Trennung von Netz und Betrieb bei der Bahn ausgesprochen. Bartol befürchtet allerdings, dass eine Umstrukturierung den Schienenwegeausbau über Jahre lahmlegen könnte. Außerdem würden derartige Pläne „für erhebliche Verunsicherung“ bei den Beschäftigten im Konzern sorgen. Wie der Spiegel weiter berichtet, erwartet der Sozialdemokrat, dass die CDU dem Koalitionspartner in einer möglichen schwarz-grünen Koalition freie Hand für eine Zerschlagung lassen könnte.

Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hält derartige Umstrukturierungspläne für falsch. EVG-Vize Martin Burkert äußerte vor wenigen Tagen Befürchtungen, dass eine zweite Bahnreform Arbeitsplätze kosten könnte.