Deutsche Bahn sichert sich 190 Gigawattstunden Grünstrom aus Norwegen

ICE auf freier Strecke, angetrieben durch Ökostrom | Foto: DB AG / Volker Emersleben

Die Deutsche Bahn hat den ersten grenz­über­schreitenden, langlaufenden Ökostrom-Vertrag abgeschlossen.

Berlin (evn) – Ab 2023 wird das Unternehmen jährlich fast 190 Gigawattstunden Grünstrom des Wasserkraftwerks Mågeli im Süden Norwegens beziehen. Der zwischen dem norwegischen Energieunternehmen Statkraft und der Deutschen Bahn geschlossene Vertrag hat eine Lauf­zeit von zehn Jahren, wie der DB-Konzern kürzlich mitteilte. Über das Nordseekabel Nordlink, das die Stromnetze Norwegens und Deutschlands seit April direkt miteinander verbindet, wird der Strom geliefert. „Die Menge des Grünstroms deckt dann für etwa eine Woche den Energie­bedarf der täglich rund 40.000 Züge in Deutschland“, erklärte eine Bahnsprecherin.

„Unsere ehrgeizigen Klimaschutzpläne lassen sich aktuell kaum mehr nur mit dem verfüg­baren Angebot an Grünstrom in Deutschland decken“, sagte Bahnchef Richard Lutz. Der Staatskonzern will bis 2040 komplett klimaneutral sein.



In Deutschland hat die Bahn unterdessen zwei weitere Ökostrom-Verträge abgeschlossen, um so jährlich mehr als 100.000 Tonnen CO2 einzusparen. Geliefert werden demnach für zehn Jahre ab 2023 jährlich mehr als 90 Gigawattstunden Wasserkraft aus dem Schwarzwald von RWE und bereits ab 2022 für zwei Jahre je fast 40 Gigawattstunden Windstrom von Ane Energy aus Hohen Pritz in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach eigenen Angaben besteht der Bahnstrom schon heute zu rund 61 Prozent aus erneuer­baren Energien und liegt damit weit über dem öffentlichen Grünstrommix von derzeit rund 50 Prozent. 2030 soll der Anteil grüner Energiequellen im Bahnstrommix bei 80 Prozent liegen, 2038 komplett bei 100 Prozent. Dafür baut die Konzerntochter DB Energie das Portfolio von Kraftwerken und Verträgen grundlegend um. Auslaufende Verträge fossiler Energieträger sollen so schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Der Strombedarf der Deutschen Bahn liegt pro Jahr bei etwa zehn Terawattstunden. Das ist so viel wie der Jahresbedarf an Strom der Einwohner von Hamburg.