Bahn reagiert mit Ersatzfahrplan auf GDL-Streik – Nur jeder vierte Fernzug fährt

Ein ICE 4 am Bahnsteig kurz vor der Abfahrt | Foto: Imago / Rüdiger Wölk

Die Deutsche Bahn reagiert auf den angekündigten Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit einem Ersatzfahrplan für den Fern- und Nahverkehr.

  Aktualisiert | 10. August 2021, 14:30 Uhr  

Berlin (evn/dpa) – Im Fernverkehr werde das bundesweite Angebot für Mittwoch und Donnerstag auf rund ein Viertel reduziert, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Priorität hätten die besonders stark genutzten Verbindungen – etwa zwischen Berlin und der Rhein-/Ruhr-Region, zwischen Hamburg und Frankfurt (Main) sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen.

Ziel sei es, während des Streiks auf ausgewählten Hauptachsen ein zweistündliches Angebot zuverlässig aufrechtzuerhalten, sagte ein Bahnsprecher. Dabei setze das Unternehmen unter anderem auch den XXL-ICE mit 918 Sitzplätzen ein. In den Zügen stünden dann alle Sitzplätze für eine Reservierung zur Verfügung.

„Trotz des Ersatzfahrplans kann die DB nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen“, heißt es von Seiten des Staatskonzerns. Die Bahn bittet Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Reise, sofern es möglich ist, zu verschieben. Gegenüber den Kunden wolle man sich sehr kulant zeigen. Die für den Streikzeitraum gelösten Fahrkarten könnten bis einschließlich dem 20. August bei aufgehobener Zugbindung genutzt oder erstattet werden.


Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken. Es gehe in den Metropolregionen und im ländlichen Raum darum, ein Grundangebot für Schüler und Pendler sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen beizubehalten.

Die GDL hatte am Vormittag angekündigt, dass der Personenverkehr ab Mittwoch zwei Tage lang bestreikt werden soll. Im Güterverkehr beginnt der Arbeitskampf bereits ab Dienstag­abend 19 Uhr.