Bahnkonzern sieht GDL-Streik als unnötige Eskalation – Ersatzfahrplan wird erarbeitet

DB-Logo am Bahntower in Berlin | Foto: DB AG / Volker Emersleben

Der angekündigte Streik bei der Deutschen Bahn ist aus Sicht des Unternehmens eine Eskalation zur Unzeit.

  Aktualisiert | 10. August 2021, 13:43 Uhr  

Berlin (dpa/evn) – „Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen“, teilte DB-Personalchef Martin Seiler am Dienstag mit. Er kritisierte, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) habe sich nicht an ihre Ankündigung gehalten, den Kunden ausreichend Vorlauf zu lassen, bevor der Streik beginnt.

Von Mittwoch, 2 Uhr, bis Freitag, 2 Uhr, sind die GDL-Mitglieder im Personenverkehr zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft vertritt die meisten Lokführer, Fahrgäste müssen mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Einschränkungen dürften sich bis weit in den Freitag hineinziehen. Im Güterverkehr soll der Streik schon am Dienstagabend beginnen.



„Gerade in einem systemrelevanten Bereich wie der Mobilität gilt es jetzt, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und nicht unsere Kunden zu belasten“, mahnte Seiler. Eine Einigung in der Tarifrunde sei weiterhin möglich. Die GDL-Spitze müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Bahn arbeitet an Ersatzfahrplan

Die Bahn stellt wegen des angekündigten Streiks einen Ersatzfahrplan auf. Diese sollen am Dienstag­nachmittag um 15 Uhr auf der Website der Bahn veröffentlicht werden, kündigte Seiler an. „Wir wollen so viel wie möglich fahren.“ Den Fahrgästen wolle man maximale Kulanz gewähren.