Bahn: 190 Güterzüge stehen wegen GDL-Streik im Rückstau

Rangierbahnhof Seddin – einer der wichtigsten Rangierbahnhöfe der Deutschen Bahn | Foto: DB AG / Oliver Lang

Bei der Güterbahntochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, stehen nach Konzernangaben derzeit streikbedingt 190 Züge im Rückstau.

Berlin (evn) – Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nicht nur auf den Personenverkehr massive Auswirkungen, auch die Lieferketten für die Industrie, die über den Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn bedient werden, leiden unter dem Ausstand. Aktuell stünden rund 190 Güterzüge im Rückstau, teilte die Bahn am Mittwoch mit.

Laut einem Bahnsprecher sei zu befürchten, dass dem klimafreundlichen Schienengüter­verkehr durch den Streik der Lokführergewerkschaft „ein nachhaltiger Schaden“ zugefügt wird, „weil Kunden ihre Verkehre in dieser Situation auf die Straße zurückverlagern könnten.“

Mit großem Aufwand sei es bislang gelungen, „die versorgungsrelevanten Züge“ fahren zu lassen. Dabei handelt es sich laut DB-Angaben um volkswirtschaftlich wichtige Züge, die Kraftwerke und große Industriebetriebe versorgen. Zur Sicherstellung der Transporte kooperiere DB Cargo auch mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland und Europa.



Am Freitagmorgen um 02.00 Uhr soll der GDL-Streik enden. Die DB-Tochter will dann „mit Hochdruck“ die zurückgestauten Züge abbauen, so der Bahnsprecher weiter.

Die Gewerkschaft zeigte sich unterdessen mit den Aktionen zufrieden. „Die Streikbeteiligung ist sehr hoch“, sagte ein Sprecher des Bezirks Nord. In Niedersachsen beispielsweise seien am Morgen auch einige Stellwerke nicht besetzt gewesen. Kollegen aus anderen Bereichen wie Fahrdienstleiter würden sich ebenfalls am Arbeitskampf beteiligen, hieß es am Mittwochabend laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur.