Bremer Senat beschließt Finanzierung für verbilligtes Jugendticket

Straßenbahnen an der Haltestelle vor den Bremer Hauptbahnhof | Foto: Imago / Aviation-Stock

Mobil für einen Euro pro Tag: Der Bremer Senat hat ein Finanzierungs­modell für ein verbilligtes Jugend­ticket im Nah­verkehr beschlossen.

Bremen (dpa) – Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und alle, die sich im Bundes­freiwilligen­dienst einsetzen, sollten vom 1. August 2022 an für Busse und Bahnen 30 Euro pro Monat zahlen, berichtete der Bremer Weser-Kurier (Mittwoch). Das Gros der Beförderungs­kosten übernimmt demnach die öffentliche Hand. Dies sei ein wichtiger Schritt hin zu einem kostenfreien Nahverkehr, heißt es dem Bericht zufolge in einer gemeinsamen Erklärung der Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen und Linken.

Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linken hatte laut Bericht zuvor die fehlende Finanzierung für ein verbilligtes Jugendticket für maximal 365 Euro pro Jahr im Entwurf des neuen Doppelhaushalts 2022/2023 kritisiert. Dieses Finanzierungsmodell liegt nun vor: Dem Bericht zufolge sollen von rund 1,5 Millionen Euro, die für das erste Halbjahr nach Einführung des Jugendtickets anfallen, rund 875.000 Euro über Einsparungen im Verkehrsressort erreicht werden. Die restlichen Kosten sollten auf Vorschlag des Finanzsenators solidarisch auf den gesamten Haushalt umgelegt werden.

Der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft ging der Beschluss nicht weit genug. „Anstatt Schülerinnen und Schülern endlich den ÖPNV kostenlos zu ermöglichen, werden weiterhin Beiträge erhoben. Selbst im jetzt beschlossenen Modell entstehen Kosten von 360 Euro im Jahr“, sagte der klimapolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Michalik. „Bei zwei Kindern ist das immer noch eine substanzielle Belastung für Bremer Familien. So wird die dringend erforderliche Verkehrswende nicht funktionieren und schon gar keine Akzeptanz finden.“