GDL-Chef will verbessertes Angebot der Bahn

GDL-Chef Claus Weselsky | Foto: Imago / Future Image

Die Lokführergewerkschaft GDL will die Deutsche Bahn mit dem zweitägigen Streik zu einem verbesserten Angebot im Tarifstreit bringen.

  Aktualisiert | 11. August 2021, 16.06 Uhr  

Berlin (evn/dpa/dts) – „Das Angebot ist unakzeptabel“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Das Angebot mit einer Laufzeit von 40 Monaten bedeute eine Entwertung des Tarifs über die Länge der Laufzeit von unter einem Prozent im Jahr.

„Das ist für uns nicht verhandelbar. Das haben wir klar und deutlich gemacht“, sagte Weselsky. Weil zu einem Streit immer zwei gehörten, trage der Bahn-Konzern die Verantwortung, „dass die Auseinandersetzung jetzt auch auf dem Rücken von Reisenden stattfindet.“

Sollte die Bahn kein verbessertes Angebot vorlegen, droht der GDL-Vorsitzende bereits mit einem neuen Bahn-Streik. „Ich kann für nichts garantieren“, sagte er der Rheinischen Post (Donnerstagsausgabe). „Die Arbeitgeberseite hat jetzt Gelegenheit, sich zu bewegen und ein neues Angebot vorzulegen.“ Und weiter: „Schauen wir mal, ob der Bahnvorstand begriffen hat, was wir von ihm erwarten. Wenn nicht, werden wir nachlegen“, so Weselsky. 

Zugleich sagte der Gewerkschaftschef, er wisse, dass die betroffenen Bahnkunden jetzt nicht „Hurra“ schreien würden. „Wobei ich im Moment feststelle: So krass weht der Wind gar nicht gegen uns.“ Es gebe auch Zustimmung von Bahnkunden, so der Gewerkschaftschef.

Seit Mittwochmorgen 02.00 Uhr wird im Personenverkehr und in Teilen der Infrastruktur gestreikt, im Güterverkehr begann der Arbeitskampf bereits am Dienstagabend. Den Zeitpunkt begründete der GDL-Chef mit der Urlaubszeit. „Wir haben das Wochenende vor uns. Wir wissen, dass dort Ferien auslaufen und dass eine erhöhte Reisefrequenz vorhanden ist.“ Über eine mögliche Fortsetzung wolle die Gewerkschaft vermutlich in der kommenden Woche entscheiden.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrs­gewerk­schaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. So will die GDL auch bei den Mitarbeitern im Machtkampf mit der EVG punkten.