„GDL missbraucht Tarifautonomie“ – Arbeitgeber­verbände üben scharfe Kritik an Lokführergewerkschaft

BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter kritisiert Streik der GDL | Foto: DB AG / Volker Emersleben / BDA

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, hat die Lokführergewerkschaft GDL für ihren Streik scharf kritisiert.

Berlin (evn) – Nach Ansicht des BDA-Chefs zeige die Lokführergewerkschaft mit dem jetzigen Streik einmal mehr, „dass es ihr vorrangig um Machtinteressen und nicht um das tatsächliche Erzielen eines Tarifkompromisses geht.“ Das sei nicht nur unverantwortlich sondern gerade in diesen Zeiten auch nicht nachvollziehbar, so Kampeter.

Das Handeln der GDL gefährde die „ohnehin schwierige Erholung der Wirtschaft“, betonte er. Unternehmen und Betriebe bräuchten jetzt Stabilität und Planungssicherheit. „Wenn einzelne Berufsgruppen ein Unternehmen in dieser Weise lahmlegen, ist das Missbrauch der Tarif­autonomie“, sagte Kampeter.

Die GDL hatte am Dienstagabend mit Streiks im Güterverkehr begonnen, seit Mittwochmorgen 2.00 Uhr ist auch der Personenverkehr für 48 Stunden von den bundesweiten Arbeits­niederlegungen betroffen. 95 Prozent der teilnehmenden GDL-Mitglieder hatten sich in einer Urabstimmung für den Ausstand ausgesprochen. Gewerkschaftschef Claus Weselsky fordert ein neues Tarifangebot von der Bahn und beklagt die fehlende Wertschätzung der Beschäftigten.