Zugverkehr nach Ersatzfahrplan laut Bahn stabil – Reisende steigen auf Fernbusse und Flugzeuge um

Kaum Reisende am Berliner Hauptbahnhof wegen GDL-Streik | Foto: DB AG / Dominic Dupont

Auf die Ersatzfahrpläne der Deutschen Bahn ist während des Streiks nach Unternehmens­angaben Verlass.

Berlin/Frankfurt/München (evn/dpa) – „Trotz der kurzfristigen Ankündigung ist es gelungen, die Ersatzfahrpläne im Fern- und Nahverkehr stabil umzusetzen“, teilte die Bahn am Mittwoch mit. Weil deutlich weniger Züge fahren, gebe es aber starke Beeinträchtigungen für die Fahrgäste.

„Die DB kann nicht garantieren, dass alle Reisenden heute wie gewünscht an ihr Ziel kommen“, hieß es. Daher bitte die Bahn Fahrgäste, Reisen möglichst zu verschieben. Im Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity fährt nach Bahn-Angaben etwa jeder vierte Zug. Im Regional- und S-Bahnverkehr schwanke das Angebot je nach Region stark.

„Ein Streikschwerpunkt liegt in den östlichen Bundesländern“, erklärte die Bahn. Auf vielen wichtigen Regionalverbindungen wie Berlin – Magdeburg gebe es ein Grundangebot. Bei großen S-Bahnen wie in Berlin und München laufe ein stabiler Ersatzfahrplan.


Bahn-Streik bringt zusätzliche Kunden in Fernbusse und Flugzeuge

Der Bahnstreik bringt für andere Verkehrsmittel eine erhöhte Nachfrage, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Wegen des Passagierandrangs setzt die Lufthansa bis einschließlich Freitag größere Flugzeugtypen auf ihren innerdeutschen Flügen ein, hieß es am Mittwoch. Auf den 70 bis 80 Flügen pro Tag seien nun verstärkt auch Airbus A321 unterwegs, mit bis zu 215 Sitzen der größte Typ in der Mittelstreckenflotte des Herstellers. Es seien aber keine zusätzlichen Flugzeuge reaktiviert worden.

Der Fernbus-Anbieter Flixbus verzeichnet im Vergleich zur Vorwoche eine um etwa 70 Prozent höhere Nachfrage. Auch die Fernzüge der Marke Flixtrain würden um rund 30 Prozent mehr gebucht als in der vergangenen Woche. Laut der Flixbus-Leitstelle hat sich der Streik am Mittwochvormittag auf den Straßen noch kaum bemerkbar gemacht. Busse und Bahnen seien planmäßig und pünktlich unterwegs.

Bei einer erhöhten Nachfrage steigen auch die Preise für die Einzeltickets. Flixbus und Lufthansa arbeiten mit automatisierten Buchungssystemen, die automatisch höhere und teurere Buchungsklassen aufmachen, wenn die Plätze knapp werden.

Die GDL bestreikt seit dem frühen Mittwochmorgen den Personenverkehr und bereits seit Dienstagabend den Güterverkehr der Deutschen Bahn. Der Ausstand soll am frühen Freitagmorgen enden. Die Gewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeits­bedingungen.