Bundesregierung geht von längerfristigen Tarif­streitig­keiten zwischen Bahn und GDL aus

Enak Ferlemann, Bahn-Beauftragter der Bundesregierung | Foto: Imago / Rüdiger Wölk

Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, geht davon aus, dass sich die Tarif­streitig­keiten zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführer­gewerkschaft GDL länger hinziehen könnten.

Berlin (evn) – „Ich befürchte, dass es mit kurzfristig entschärfen schwierig wird“, sagte er. Grund sei, dass es der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Hintergrund auch um politische Ziele gehe. „Deshalb ist meine Vermutung, dass es eine längere Auseinander­setzung geben wird.“

Ferlemann vermutete, dass es der GDL formal zwar um Löhne, in Wirklichkeit aber auch um das Tarifrecht sowie den Aufbau der Bahn gehe. Die Gewerkschaft wolle die Abtrennung des Schienennetzes vom Konzern, sagte er. „Das sind politische Ziele, für die man eigentlich nicht streiken kann.“ Man müsse zwar über politische Themen streiten, politische Streiks seien in Deutschland aber nicht erlaubt. Ferlemann appellierte an alle, schnell an den Verhandlungs­tisch zurückzukehren.

Die GDL will an diesem Freitag über eine erste Zwischenbilanz des Streiks informieren. Nach Aussagen des Vize-Chefs der Gewerkschaft, Norbert Quitter, seien viele der Bahnbeschäftigten frustriert und wütend. Mit der Teilnahme am Arbeitskampf hätten sie dies deutlich gemacht. Es liege in der Hand des Bahn-Managements, ob es ein verhandlungsfähiges Angebot gebe oder weiter gestreikt werden müsse.