Lokführer-Streik sorgt weiter bundesweit für Zugausfälle

Anzeigetafel informiert über Streik der GDL | Foto: DB AG / Dominic Dupont

Der von der Lokführergewerkschaft GDL ausgerufene 48-stündige Streik im Personen­verkehr der Deutschen Bahn sorgt auch am Donnerstag bundesweit für Zugausfälle. Genauso im Güterverkehr stehen zahlreiche Züge still.

Frankfurt/Berlin (evn/dts/dpa) – Bahnkunden müssen sich auch an diesem Donnerstag auf massive Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotiv­führer (GDL) setzt ihren am Mittwoch begonnenen Streik im Personenverkehr noch bis in die Nacht zum Freitag fort. Nach Angaben der Bahn sei das am Mittwoch erreichte Niveau auch für den zweiten Streiktag geplant. Demnach waren am Vortag im Fernverkehr rund 25 Prozent der Züge unterwegs, während bei DB Regio etwa 40 Prozent der Züge verkehrten, wenn auch mit starken regionalen Unterschieden. Fahrgäste müssten weiterhin mit starken Beeinträch­tigungen rechnen, so das Unternehmen. Insbesondere auf den westdeutschen Regionallinien könnten erneut etwas mehr Züge fahren, weil hier noch mehr beamtete Lokführer ohne Streik­recht ihren Dienst tun. Wegen des höheren Organisationsgrads der GDL im Osten waren unter anderem zwischen Berlin, Leipzig und Dresden am Mittwoch kaum Züge unterwegs. Man gehe davon aus, dass die verkehrenden Züge auch am Donnerstag zum Teil sehr stark besetzt sein werden. Es könne zudem weiterhin nicht garantiert werden, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen.

Alle bereits gebuchten Fahrkarten des Fernverkehrs für Strecken, die bis einschließlich 13. August vom GDL-Streik betroffen sind, sollen ihre Gültigkeit behalten. Sie können nach Angaben der Bahn bis einschließlich 20. August flexibel genutzt werden. Die Zugbindung bei „Sparpreisen“ und „Super-Sparpreisen“ bleibt aufgehoben. Für die Weiterfahrt können demnach auch andere Züge genutzt werden. Zudem könnten Fahrkarten kostenfrei erstattet werden, teilte der Konzern mit.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn, die im Regional- und Güterverkehr beträchtliche Marktanteile haben. Bei ihnen kam es am Mittwoch ihren Verbänden zufolge nur zu vereinzelten Störungen.

Im Güterverkehr von DB Cargo begannen die Arbeitskampfmaßnahmen bereits am Dienstag­abend. Die Bestreikung des gesamten Zugverkehrs und der Infrastruktur soll noch bis Freitag um 02.00 Uhr andauern. Im Tarifkonflikt fordert die GDL Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent in zwei Schritten und eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 600 Euro. Bisher wurden vier Verhandlungsrunden geführt. GDL-Chef Claus Weselsky hat bereits mit weiteren Streiks gedroht. Insbesondere die von der Bahn vorgeschlagene lange Laufzeit von 40 Monaten für den Tarifvertrag müsse vom Tisch. Zu seinen Gefolgsleuten sagte Weselsky: „Ich verspreche euch nicht, dass es am Freitag schon vorbei ist. Aber wir gehen sorgsam mit unserer Tarifmacht um.“ Eine Entscheidung über weitere Arbeitskampfmaßnahmen soll erst in der kommenden Woche fallen.