Rund 5.400 Lokführer haben laut Bahn gestreikt

Abgestellte Lokomotiven auf einem Betriebsgelände | Foto: Pixabay

An dem zweieinhalbtägigen Streik der Lokführer­gewerkschaft GDL haben sich nach Angaben der Deutschen Bahn rund 5.400 Lok­führer von insgesamt 19.700 DB-Trieb­fahrzeug­führern beteiligt.

  Aktualisiert | 13. August 2021, 11.51 Uhr  

Berlin (evn) – Wie eine Sprecherin des Bahnkonzerns am Freitagmorgen laut der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, waren zudem 72 Stellwerker im Ausstand, 30 Beschäftigte in der Instandhaltung und 18 Service­mitarbeiter an Bahnhöfen.

Diese Bilanz zeigt nach Ansicht des Unternehmens, dass in der Infrastruktur „so gut wie niemand gestreikt“ habe. „Das steht im kompletten Gegensatz zu den Ankündigungen der GDL-Führung, Beschäftigte im Netz, in den Werkstätten oder an den Bahnhöfen repräsentieren zu wollen“, sagte die Bahnsprecherin. Folglich habe die GDL-Spitze ihr eigentliches Arbeitskampfziel aus Sicht des Staatskonzerns „nicht erreicht“.

Die GDL will am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz in Berlin über eine erste Zwischenbilanz des Streiks informieren. Bereits im Vorfeld betonte die Gewerkschaft, dass die Solidarität der Mitglieder über alle Berufsgruppen hinweg „riesengroß“ gewesen sei. Man hätte der Deutschen Bahn „die Rote Karte gezeigt.“

Weiter teilte die Bahn am Freitag mit, dass durch den Lokführerstreik nach Einschätzung des Unternehmens mehrere Millionen Menschen betroffen waren. Vor allem Pendler und Urlauber mussten demnach auf andere Reisemöglichkeiten ausweichen. An normalen Tagen nutzen täglich rund 4,6 Millionen Fahrgäste die Züge des Nah- und Fernverkehrs.

Mit dem Ersatzfahrplan habe man ein zwar stark reduziertes, aber stabiles und verlässliches Angebot gemacht. Auf den Regionallinien waren demnach an den beiden Streiktagen Mittwoch und Donnerstag jeweils rund 40 Prozent der Züge unterwegs. Im Fernverkehr wurde das Angebot nach rund 25 Prozent vom Mittwoch am Folgetag noch etwas gesteigert. Die Reisenden hätten besonnen und verständnisvoll auf die besondere Situation reagiert.

Im Güterverkehr habe die Bahn versorgungsrelevante Züge gefahren, sagte Konzernsprecher Achim Stauß in Berlin. Über die Tage seien aber rund 300 Züge stehengeblieben. „Diesen Stau bauen wir jetzt nach und nach ab.“ Zur Schadenshöhe wie auch zu einem möglichen neuen Tarifangebot an die GDL machte Stauß keine Angaben. Er forderte die Gewerkschaft erneut zu Verhandlungen auf. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die GDL ganz andere Ziele verfolge, nämlich ihren Machtbereich auszuweiten.