Grüne fordern höhere Investitionen in niedersächsische Bahnhöfe

DB-Logo an einem Bahnhofsgebäude | Foto: DB AG

Die Grünen halten die Investitionen der Deutschen Bahn in die Bahnhöfe in Niedersachsen für ungenügend.

Hannover (dpa) – „Bis 2030 sollen sich die Fahrgastzahlen der Bahn verdoppeln. Dann muss auch die Infrastruktur in einem Top-Zustand sein“, sagte der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler aus Hannover. „Davon sind wir meilenweit entfernt.“

Das Bundesverkehrsministerium rechnete am Dienstag vor, seit 2009 seien 814 Millionen Euro in den Erhalt, die Sanierung, die Modernisierung und die Barrierefreiheit der Bahnhöfe in Niedersachsen geflossen. Weitere knapp 270 Millionen Euro sollten bis 2023 folgen.

Kindler machte nun eine Gegenrechnung auf: Bei 383,1 Millionen Euro für die Modernisierung seien dies von 2009 bis 2020 nur 32 Millionen Euro im Jahr gewesen – und das bei 357 Bahnhöfen in Niedersachsen. Für Erhalt und Sanierung gab es 19 300 Euro pro Bahnhof und Jahr. Auch das Verkehrsministerium sehe nach eigenen Angaben einen Nachholbedarf von 195 Millionen Euro bei Investitionen in die Bahnhöfe im Land.

Kindler sagte, nach Berliner Angaben seien 56 Prozent der Bahnhöfe in sehr gutem, gutem oder befriedigendem Zustand. Das bedeute umgekehrt, dass bei 44 Prozent der Zustand ausreichend, mangelhaft oder nicht befriedigend sei. „Die Bahnhöfe sollten die Visitenkarten der Städte und Gemeinden sein und Reisende zum Bahnfahren einladen“, sagte Kindler. „Stattdessen bröckeln sie seit Jahren auseinander.“