Bahn-Tarifkonflikt: Güter­bahnen­verband bezeichnet Warnungen des Bahn­konzerns als „überzogen“

Züge auf einem Rangierbahnhof | Foto: Pixabay

Nach Ansicht des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) ist die vom Bahnkonzern mehrfach geäußerte Warnung vor einem Zerreißen der Lieferketten infolge des aktuellen Tarifkonflikts „überzogen“. Diese Äußerungen seien zudem mit Blick auf die Wachstumspläne aller Güterbahnen „kontra­produktiv“.

Berlin (evn) – Relevante Störungen in der Infrastruktur habe man bei den privaten Güter­bahnen während des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL am vergangenen Mittwoch und Donnerstag nicht verzeichnet. Dies müsse auch künftig so bleiben. Die Tarif­auseinander­setzung zwischen der Gewerkschaft und der Deutschen Bahn dürfe unbeteiligte Bahn­unter­nehmen nicht tangieren, forderten die Privatbahnen.

An den Streiktagen seien die Verkehre der privaten Güterbahnunternehmen, die mit der Bahn-Tochter DB Cargo im Wettbewerb stehen, planmäßig durchgeführt worden, teilte der Verband am Montag mit. Wegen der streikbedingt geringeren Auslastung der Schienen seien sie „sogar etwas schneller durch das Netz“ gekommen.

Die Wettbewerbsbahnen weisen in ihrer Mitteilung daraufhin, dass die nicht zur Deutschen Bahn gehörigen Güterbahnbetreiber nicht bestreikt wurden. „Sie haben schon vor dem Streik annähernd 60 Prozent des deutschen Schienengüterverkehrs bewältigt. Allenfalls mittelfristig könnten bei einer längerfristigen Auseinandersetzung zwischen GDL und DB in wenigen Segmenten für die Verlader Probleme auftreten, wo es bis heute keinen Wettbewerb gibt, also im Einzelwagenverkehr oder bei einigen Grundstoffen“, hieß es.