Protestaktion gegen Pläne für ICE-Werk im Landkreis Fürth

Protestaktion gegen mögliches ICE-Werk im Landkreis Fürth | Foto: BI Rohr / DB AG

Rund 800 Menschen haben am Samstag im Landkreis Fürth (Bayern) ihren Unmut über die Pläne für ein ICE-Werk in Raitersaich, Müncherlbach oder Heilsbronn zum Ausdruck gebracht. Die regionale Protestkundgebung stand unter dem Motto „Eine Nacht mit ICE-Werk“.

Roßtal (evn) – Wie die Organisatoren mitteilten, machten die betroffenen Landwirte, Waldbesitzer, Bürgermeister und Bürgerinitiativen bei einer landkreisübergreifenden Demonstration deutlich, dass ein ICE-Werk im ländlichen Raum „nicht machbar“ sei. Bei der Protestaktion kamen zahlreiche Traktoren zum Einsatz, die eine mögliche Lärmbelastung durch ein Bahnbetriebswerk verdeutlichen sollten. Bei der anschließenden Kundgebung kritisierten Bundestagswahl-Kandidaten, Vertreter der Landtagsparteien, des BUND Naturschutzes und des Bauernverbandes die Bahn wegen des überdimensionierten Flächenverbrauchs für das ICE-Werk.


Die Protestler forderten das Unternehmen auf, den Suchprozess für das Vorhaben neu zu starten – zudem müssten dann auch bahneigene Flächen und Industriebrachen herangezogen werden, hieß es von der Bürgerinitiative Rohr. Die Landbesitzer befürchten, dass die geplante Bauweise quer zur Bahnlinie „zur Maximierung des Flächenfraßes und der Landschafts­zerschneidung“ führen würde. Landwirtschaftliche Betriebe müssten aufgeben, Wälder würden zerstört. Die Bürgermeister der angrenzenden Gemeinden machten klar, dass die für ein ICE-Werk in dieser Größenordnung notwendige Infrastruktur wie Wasserversorgung, Entsorgung, Feuerwehr und Erschließung aus ihrer Sicht nicht realisierbar sei. Deshalb wiesen sie die Forderung der Stadt Nürnberg, das ICE-Werk in das Umland abzuschieben, klar zurück.

Die Deutsche Bahn benötigt das neue Instandhaltungswerk für den künftigen Ausbau ihrer Fernverkehrsflotte. Investitionen in Höhe von rund 400 Millionen Euro sind für das neue ICE-Werk, das zu 100 Prozent CO2-neutral betrieben werden soll, vorgesehen; mehr als 450 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Suche nach einem geeigneten Standort im Großraum Nürnberg gestaltet sich jedoch schwierig – auch andernorts gab es bereits Proteste von Anwohnern. 2028, so die Pläne der Bahn, soll das neue Werk in Betrieb gehen.