Gutachten: Sechs Bahnstrecken in Sachsen haben Potenzial für Reaktivierung

Stillgelegte Bahnstrecke (Symbolbild) | Foto: Pixabay

Sechs Bahnstrecken in Sachsen kommen laut einem Gutachten im Auftrag der Landesregierung für eine Reaktivierung in Frage.

  Aktualisiert | 17. August 2021, 16.20 Uhr  

Chemnitz (dpa) – Die Strecken sollten jetzt weiter „intensiv und detailliert auf eine Aktivierungs­möglichkeit hin“ untersucht werden, teilte das Verkehrsministerium am Dienstag mit.

Darunter sind die Bahnlinien Döbeln nach Nossen, Marienberg in Richtung Pockau-Lengefeld, Beucha nach Brandis, Brandis nach Trebsen sowie Löbau nach Ebersbach. Als sechste Strecke mit Potenzial wird Kamenz nach Hosena im Gutachten genannt, dieser mögliche Ausbau wird laut Mitteilung bereits im Zusammenhang mit dem Strukturwandel der Kohleregionen bearbeitet.

Die Untersuchungen dieser Strecken würden nun unter anderem mittels weiterer Potenzial­analysen vertieft, um Voraussetzungen für mögliche Förderungen des Bundes zu schaffen, so das Ministerium. Demnach beschäftigt es sich bereits mit der Vorbereitung entsprechender Ausschreibungen.

Für das Gutachten wurden 21 Bahnstrecken unter die Lupe genommen, die in den vergangenen Jahrzehnten stillgelegt worden sind. Sie wurden unter anderem in Hinblick auf den Reaktivierungsaufwand, die zu erwartenden Betriebskosten sowie die erwartbare Nachfrage untersucht. Auf Basis der Ergebnisse verständigten sich Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) sowie die verkehrspolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen darauf, sechs Strecken weiter zu untersuchen.

Der Freistaat könne die Zweckverbände beim Betrieb der Bahnstrecken unterstützen, so Dulig. „Und wir können auch, wenn die entsprechenden Parameter vorhanden sind – welche wir im Gutachten abgefragt haben und in den weiteren Untersuchungen verifizieren werden – die Investitionen zur Aktivierung von Strecken finanziell fördern.“

Im Doppelhaushalt 2021/22 stehen laut Mitteilung 13 Millionen Euro für Aktivierungs­maßnahmen an Bahnstrecken zur Verfügung.


Hinweis der Redaktion zur Aktualisierung: Die Anzahl der unter die Lupe genommenen Bahnstrecken liegt bei 21 statt 22. Das Verkehrsministerium hat seine Angaben korrigiert.