Einigung erzielt – Stadler liefert ersten Zug an Go-Ahead Bayern

Triebzug vom Typ Flirt 3 des Herstellers Stadler | Foto: Stadler

Der Eisenbahnbetreiber Go-Ahead Bayern und der Zughersteller Stadler haben nach eigenen Angaben eine Einigung im Streit um die künftige Wartung der neuen Triebzüge erzielt. Die Auslieferung der Fahrzeuge hat begonnen.

Augsburg (evn) – Über genaue Details der Einigung wurde „Vertraulichkeit vereinbart“, wie beide Unternehmen mitteilten. Zuvor hatte Stadler die Besorgnis vor einer Spionage durch das russische Unternehmen Transmashholding (TMH) geäußert. Go-Ahead Bayern hatte den Stadler-Konkurrenten im Dezember 2020 als Dienstleister für die Reparatur und Instandhaltung der insgesamt 22 Züge beauftragt. Der Zugbauer verweigerte daraufhin die Auslieferung der Neufahrzeuge. Ein Stadler-Sprecher begründete den damaligen Schritt mit der Sorge, dass hier einem Konkurrenten „Zugang zu geschützter und dem Betriebsgeheimnis unterliegender Technologie“ ermöglicht werde.

An diesem Mittwoch erfolgte nun die Auslieferung des ersten Triebzuges für das E-Netz Allgäu von Stadler an Go-Ahead. „Wir freuen uns darauf, im Dezember partnerschaftlich mit Stadler die Strecke im E-Netz Allgäu in Betrieb zu nehmen“, sagte Go-Ahead-Bayern-Chef Patrick Verwer. Auch Stadler-Deutschland-CEO Jure Mikolcic zeigte sich erfreut, dass man zu einer Einigung gefunden habe. „Die Fahrzeuge sind bereits vollumfänglich zugelassen. Der letzte der 22 Züge wird im Oktober in Bayern ankommen, so dass die Flotte frühzeitig für den Start bereitsteht“, erklärte er. Die neuen Züge sollen ab dem 12. Dezember auf der Strecke München – Memmingen – Lindau im Einsatz sein.

„Es ist sehr gut, dass sich beide Unternehmen hier einig werden konnten. Jetzt können sich unsere Fahrgäste auf den Betriebsstart im Dezember 2021 freuen“, sagte Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Die BEG plant, finanziert und kontrolliert den bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats Bayern.