Bahn-Tarifkonflikt: Lokführer­gewerkschaft geht erneut in Ausstand

Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Berliner Hauptbahnhof | Foto: DB AG / Dominic Dupont

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht erneut für mehrere Tage in den Arbeitskampf.

  Aktualisiert | 20. August 2021, 12.04 Uhr  

Berlin (evn/dts/dpa) – Die zweite Streikwelle soll von Samstag bis Mittwoch andauern, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Berlin. Im Güterverkehr sollen die Maßnahmen demnach am Samstag um 17 Uhr beginnen, der Personenverkehr und die Bahninfrastruktur sollen von Montag, 2 Uhr, bis Mittwoch, 2 Uhr, bestreikt werden.

Weselsky begründete die neuen Streiks damit, dass die Bahn bisher „keinerlei Einlenken“ in dem Tarifkonflikt erkennen ließ. Die GDL fordert Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent und eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro. Bisher wurden vier Verhandlungsrunden geführt.

Die Deutsche Bahn hatte der GDL zwar 3,2 Prozent angeboten, die Erhöhung soll nach Konzernangaben jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen beider Seiten noch deutlich auseinander. 

Der Bahnkonzern kritisiert unterdessen die Ankündigung des erneuten Streiks als „völlig überflüssige“ Belastung der Kunden. „Dieser zweite Ferienstreik zeigt: Ein Tarifpartner verweigert sich permanent“, teilte Personalvorstand Martin Seiler am Freitag mit. „Statt den Mut zu haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, treibt die GDL-Führung ihren gewerkschaftspolitischen Kampf um Ausweitung und Einfluss auf dem Rücken der Bahnkunden auf die Spitze.“


Es war allgemein erwartet worden, dass an diesem Freitag neue Streiks bei der Bahn angekündigt werden, da die GDL bereits im Vorfeld beklagt hatte, dass weiterhin „kein verhandelbares Angebot“ vorliege. Am Dienstag demonstrierten Mitglieder der GDL sowie des Deutschen Beamtenbundes (dbb) gemeinsam mit Weselsky vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn für ihre Forderungen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Lokführergewerkschaft den Nah- und Fernverkehr bei der Deutschen Bahn über zwei Tage bestreikt. Die Bahn richtete zwar einen Notfahrplan ein, musste den größten Teil der Fahrten aber streichen. Im Güterverkehr dauerte der Streik noch einige Stunden länger.

Auch der erneute Streik, der nun ansteht, dürfte wieder Millionen Fahrgäste treffen, darunter viele Urlaubsreisende. In zehn Bundesländern sind noch Schulferien. Härter treffen wird es diesmal vor allem den Güterverkehr, da sich hier die Dauer des Ausstands verlängert.