Bahnvorstand Seiler: GDL nicht zu Verhandlungen bereit – Streiks „völlig überflüssig“

Lokführer neben einem ICE / Bahn-Personalvorstand Martin Seiler | Foto: Imago / Arnulf Hettrich / DB AG

Der Bahnkonzern hat die Ankündigung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für einen erneuten Streik als „völlig überflüssige“ Belastung der Kunden kritisiert. Auch die GDL wirft der Bahn ihrerseits vor, sich „keinen Schritt“ zu bewegen.

  Aktualisiert | 20. August 2021, 14.03 Uhr  

Berlin (evn) –  „Einzig und allein fehlt es an der Verhandlungsbereitschaft der GDL“, sagte Personalvorstand Martin Seiler am Freitag vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin. Dieser zweite „Ferienstreik“ zeige, dass sich die Gewerkschaft „permanent“ verweigere. Seiler weiter: „Statt den Mut zu haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, treibt die GDL-Führung ihren gewerkschaftspolitischen Kampf um Ausweitung und Einfluss auf dem Rücken der Bahnkunden auf die Spitze.“ Der Lokführergewerkschaft geht es nach Ansicht des Bahnkonzerns um etwas anderes als um Lösungen. Sie wolle bei der Bahn in Bereiche, in denen sie bislang kaum Mitglieder hat.

Die Lokführergewerkschaft hat an diesem Freitag neuerliche Streiks angekündigt. So soll ab Samstagnachmittag der Güterverkehr und ab Montagmorgen auch der Personenverkehr bestreikt werden. Das Streikende ist für Mittwochmorgen vorgesehen.


Man bedauere die streikbedingten Einschränkungen im Güter- und Personenverkehr, teilte der Staatskonzern am Freitag mit. „Die Bahn wird erneut alles unternehmen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Trotzdem muss mit Beeinträchtigungen gerechnet werden.“ Das Unternehmen verspricht gegenüber den Fahrgästen weiterhin „maximale“ Kulanz.

Von der GDL heißt es: „Weder der eindrucksvolle Arbeitskampf in der vergangenen Woche noch die von breiter Solidarität getragene Protestkundgebung unseres Dachverbandes dbb vor dem Bahntower haben bisher zu einem Sinneswandel des Arbeitgebers geführt.“ Die Gewerkschaft wartet weiterhin auf ein „verhandlungsfähiges Angebot“ der Gegenseite. Weselsky warf der Bahn vor, dass deren Manager „weiterhin massiv gegen die GDL und ihre Mitglieder ins Feld“ zögen.