DGB-Chef Hoffmann ruft Weselsky zur Rückkehr an Verhandlungstisch auf

DGB-Chef Reiner Hoffmann ruft GDL-Vorsitzenden Weselsky zu Lösungsfindung auf | Foto: Imago / Future Image / DGB

Im Tarifstreit bei der Bahn muss der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, Kritik von einem anderen einflussreichen Arbeitnehmervertreter einstecken.

  Aktualisiert | 20. August 2021, 12.49 Uhr  

Berlin (dpa/evn) – Lösungen würden am Verhandlungstisch erstritten, dahin sollte Weselsky Anfang nächster Woche zurückkehren, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, dem Spiegel mit Blick auf mögliche weitere Arbeitsniederlegungen bei der Bahn.

Nicht die Interessen der Bahn-Beschäftigten stünden im Mittelpunkt der Auseinandersetzung, sondern die Überlebensfähigkeit der GDL, monierte Hoffmann und verwies darauf, dass die GDL in den meisten Bahnbereichen kaum oder keine Mitglieder habe – hier habe Weselsky „kein Mandat und damit keine Legitimation“ für einen Arbeitskampf. Die Konkurrenz­gewerkschaft EVG hat bei der Bahn deutlich mehr Mitglieder.

Die EVG ist eine Mitgliedsgewerkschaft der Dachorganisation DGB, die GDL ist hingegen Mitgliedsgewerkschaft des Deutschen Beamtenbundes (dbb). Der dbb hatte der GDL unlängst den Rücken gestärkt.


GDL-Chef Weselsky kündigte am Freitagvormittag einen zweiten Streik an. Die Gewerkschaft wird den Personenverkehr und die Bahninfrastruktur von Montagmorgen bis Mittwochmorgen bestreiken. Im Güterverkehr von DB Cargo wird der Arbeitskampf schon am späten Samstag­nachmittag beginnen. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein zweitägiger Ausstand bundesweit zu massiven Störungen im gesamten Streckennetz der Bahn geführt. Sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr waren betroffen.

Die Deutsche Bahn und die GDL ringen um eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent. Strittig ist, wann die Erhöhung greifen und wie lang der neue Tarifvertrag gelten soll. Die Bahn will die Kosten des Abschlusses wegen hoher Verluste in der Coronakrise gering halten.