GDL-Chef Weselsky weist Kritik an Streiks in Pandemiezeiten zurück

GDL-Chef Claus Weselsky | Foto: Imago / Future Image

Die Lokführergewerkschaft GDL hat Kritik an ihrem neuerlichen Streik inmitten einer Corona-Welle zurückgewiesen.

  Aktualisiert | 20. August 2021, 12.32 Uhr  

Berlin (dpa/evn) – „Es ist nicht das Ziel der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Deutschland, den Eisenbahnverkehr lahm zu legen“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Berlin. „Sondern es ist das Ziel, bessere Einkommen zu erreichen, die Kleinstrente zu schützen.“ Weselsky zitierte das Konzernmanagement, das wiederholt betont hatte, dass Bahnfahren in Hinblick auf Ansteckungen sicher sei. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen seit einigen Wochen wieder.

Weselsky griff den SPD-Politiker Karl Lauterbach an, der gewarnt hatte, Streiks bei der Bahn führten zu mehr Infektionen. „Der Gesundheitspapst der Sozialdemokraten, Lauterbach, schwingt sich dazu auf, die Grundrechte der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner mit Füßen zu treten“, sagte das CDU-Mitglied Weselsky. Er sprach von Schmutzkampagnen gegen die Gewerkschaft.



Auch der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte Sorge wegen möglicher Infektionsrisiken. Man müsse fragen, ob in Corona-Zeiten Streiks überhaupt sinnvoll seien, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann gegenüber dem Nachrichtensender n-tv.

Weselsky kündigte am Freitag einen zweiten Streik an. Die Gewerkschaft wird den Personenverkehr und die Bahninfrastruktur von Montagmorgen bis Mittwochmorgen bestreiken. Im Güterverkehr von DB Cargo wird der Arbeitskampf bereits am späten Samstagnachmittag beginnen.