Nach Streikankündigung: Bahn stellt Zug­verkehr zu Wochen­beginn auf Ersatz­fahrplan um

Anzeigetafel am Bahnhof zeigt ausfallende Züge | Foto: Imago / Ralph Peters

Die Deutsche Bahn stellt ihr Zugangebot nach der neuerlichen Streikankündigung Anfang der kommenden Woche wieder auf einen Ersatzfahrplan um.

Berlin (evn/dpa) – Im Regional- und S-Bahnverkehr peilt die Bahn nach eigenen Angaben erneut etwa 40 Prozent des Zugangebots an, im Fernverkehr sollen rund ein Viertel der Verbindungen bedient werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zuvor hatte die Lokführergewerkschaft GDL angekündigt, von Montag bis Mittwoch der kommenden Woche den Personenverkehr zu bestreiken. Bereits ab diesem Samstag hat die Gewerkschaft auch zum Streik im Güterverkehr aufgerufen.

Laut Bahn sollen auf ausgewählten Hauptstrecken etwa zwischen Berlin – Köln, Hamburg – Köln, Hamburg – Frankfurt oder München – Stuttgart die Fernzüge ab Montag im Zwei-Stunden-Takt fahren. Zwischen München und Berlin verspricht der Konzern mehrere Fahrten am Tag, ebenso zwischen der Hauptstadt und Frankfurt. „Die Anzahl der angebotenen Züge wird jedoch je nach Region stark schwanken“, hieß es am Freitag.

Die Bahn will für die Fahrgäste eine kostenlose Streik-Rufnummer einrichten und hat mehrere Kulanzregelungen angekündigt: So sollen vor allem gebuchte Tickets, die vom 23. bis einschließlich 24. August vom Streik betroffen sind, bereits ab diesem Samstag bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden können. Auch bei Spar- und Super­spar­preisen werde die Zugbindung entsprechend aufgehoben.

Der Konzern rechnet ab Mittwoch, 25. August, wieder mit einem weitgehend normalen Ablauf im Bahnverkehr.

Der kommende Streik ist bereits der zweite Ausstand der Lokführergewerkschaft. Der erste Arbeitskampf fand am 11. und 12. August statt und hatte große Teile des Zugverkehrs zum erliegen gebracht.

Die Deutsche Bahn und die GDL ringen um eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent. Strittig ist, wann die Erhöhung greifen und wie lang der neue Tarifvertrag gelten soll. Die Bahn will die Kosten des Abschlusses wegen hoher Verluste in der Coronakrise gering halten.