Erste autonom rangierende Straßenbahn in Potsdamer Tramdepot vorgestellt

Autonom rangierende Straßenbahn auf dem Gelände der Potsdamer Verkehrsbetriebe | Foto: Siemens Mobility

Der Bahntechnikhersteller Siemens Mobility und der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH haben am Montag eine autonom fahrende Straßenbahn vorgestellt.

POTSDAM | Im Rahmen des Forschungsprojekts AStriD („Autonome Straßenbahn im Depot“) arbeiten beide Unternehmen gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und der Codewerk GmbH auf dem Betriebshof des Verkehrsbetriebs Potsdam an der Entwicklung und Forschung von vollautomatisierten Straßenbahndepots. Die Marktreife der Technologie ist laut Siemens für 2026 geplant.

AStriD sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur autonom fahrenden Straßenbahn. „Zusammen mit unseren Partnern nutzen wir wertvolle Synergien, um den Betriebshof zu digitalisieren und zeitintensive Rangierprozesse zu reduzieren“, erklärte Albrecht Neumann, CEO Rolling Stock von Siemens Mobility.

„Autonomes Fahren auf der Strecke und in den Depots entlastet unser Fahrpersonal und erhöht die Sicherheit unserer Fahrgäste und der übrigen Verkehrsteilnehmer“, sagte ViP-Chef Uwe Loeschmann. „Das autonome Fahren in unserem Depot mit dem System AStriD eröffnet die Möglichkeit zu automatisierten Reinigungs-, Versorgungs- und Abstellvorgängen mit zentraler Steuerung und Erhöhung der Betriebssicherheit.“

Bereits 2018 hatten Siemens und ViP gemeinsam einen Erprobungsträger im realen Straßenverkehr auf einem Teilstück des Potsdamer Tramnetzes präsentiert. Ziel des darauf aufbauenden Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines digitalen Betriebshofes auf Basis einer autonom fahrenden Tram. Als eine erste Stufe des autonomen Fahrens soll die Depotautomatisierung kommerziell nutzbar gemacht werden, heißt es. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) gefördert.


Quelle: EVN