EVG-Chef Hommel: „Aggressive“ Mitgliedergewinnung der GDL stört Betriebsfrieden

Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der EVG | Foto: Imago / Jürgen Heinrich

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, hat sich in einem Interview kritisch zum Verhalten der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifstreit mit der Bahn geäußert.

BERLIN | Nach Ansicht des EVG-Chefs gehe es der GDL im Arbeitskampf weniger um höhere Entgelte und die Altersversorgung der Beschäftigten, sondern „offenbar viel eher um die Ausweitung ihres Organisationsbereichs und ums Überleben“, sagte Hommel dem Münchner Merkur.

Zugleich warf er der kleineren Konkurrenzgewerkschaft vor, mit ihrem „aggressiven“ Vorgehen zur Mitgliedergewinnung den Betriebsfrieden bei der Bahn „bis hinunter in die Pausenräume“ zu stören. Angesichts zahlloser Beschwerden von Bahnmitarbeitern über die GDL habe man inzwischen eine Hotline eingerichtet. Dort hätten „viele Kolleginnen und Kollegen über teils unerträgliche Vorfälle wie massive Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen“ berichtet, beklagte Hommel.


Der EVG-Chef riet zudem der Politik, sich nicht in die laufenden Tarifangelegenheiten einzumischen. Er glaubt, dass GDL-Chef Weselsky möglicherweise auf eine Einflussnahme der Politik auf den Staatskonzern noch vor der Bundestagswahl hofft, um so zu einem besseren Abschluss zu kommen.


Quelle: EVN