Bahn-Vorstand verzichtet auf Boni für 2021

Drei der insgesamt sechs Vorstandsmitglieder: Personenverkehrsvorstand Berthold Huber, Vorstandsvorsitzender Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla | Foto: DB AG

Bahnchef Richard Lutz und die übrigen Konzernvorstände verzichten für das Jahr 2021 auf ihre Boni. Das geht aus einem Schreiben des Vorstands an Aufsichtsratschef Michael Odenwald hervor.

BERLIN | Die Topmanager der Bahn kämen damit einer Forderung des Bundestags­haushalts­ausschusses nach, heißt es. Die Parlamentarier hatten den Verzicht im Gegenzug für geplante Milliardenhilfen für die Bahn verlangt. Auch für 2020 hatte es einen solchen Verzicht gegeben.

Die Führungskräfte leisteten „einen wesentlichen und deutlich über­proportionalen Einsparungs­betrag innerhalb des Personal­aufwands“, unterstrichen die Vorstands­mitglieder. Sie wollen sich demnach auch bei rund 70 Vorstandsmitgliedern mehrerer Bahn-Tochter­gesellschaften für einen Boni-Verzicht einsetzen. Zugleich bekräftigte der Vorstand, dass die variable Vergütungs­methodik überarbeitet werden müsse.

Rund 18.000 Beschäftigte der Bahn erhalten variable Vergütungsbestandteile wie Jahres­abschluss­leistungen und Erfolgs­beteiligungen – nicht nur Top-Manager. Für viele von ihnen ist das eine tarifliche Leistung. Wegen der großen Einnahmeverluste in der Corona-Krise hatte die Bahn im September mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine Nullrunde für die Tarifbeschäftigten vereinbart.

Im November kündigte die Bahn an, auch die Bezüge von rund 5.500 leitenden Angestellten und außertariflich Beschäftigten 2021 nicht zu erhöhen; diese Mitarbeiter erhalten einen Teil ihrer Bezüge in Form einer Erfolgs­beteiligung. Insgesamt ließen sich damit laut Konzern­vorstand in diesem Jahr 180 Millionen Euro einsparen, im Vorjahr 194 Millionen Euro.

EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel nannte den Boni-Verzicht des Konzern­vorstands einen Schritt in die richtige Richtung. Es müssten aber alle Vorstände und Geschäfts­führungen auf ihre variablen Vergütungen verzichten. „Wenn nur der Konzern­vorstand Verzicht übt, bleiben wir im Bereich der Symbol­politik.“ Auch Struktur­änderungen seien notwendig. „Das gesamte System der variablen und leistungs­abhängigen Bezahlung muss gründlich überarbeitet werden.“


Quelle: dpa / EVN