GDL beendet mehrtägigen Streik – Bahn nimmt Normalbetrieb wieder auf

Züge in München im Licht der aufgehenden Sonne | Foto: DB AG / Uwe Miethe

Pünktlich um 2 Uhr ist am frühen Mittwochmorgen der Streik der Lokführer­gewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn beendet worden. Eine Lösung für den festgefahrenen Tarifkonflikt gibt es aber weiterhin nicht.

BERLIN | Die Bahn erwartet an diesem Mittwoch wieder einen weitgehend normalen Betrieb im Fern- und Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen. Kunden sollten sich aber dennoch vor Fahrtantritt informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt, teilte das Unternehmen mit.

Der Streik hatte am Samstagabend im Güterverkehr begonnen und wurde in der Nacht zu Montag auch auf den Personenverkehr ausgedehnt. Eine Bilanz der GDL steht noch aus. Von Seiten des Bahnkonzerns ist allerdings zu hören, dass der Streik offenbar weniger schlimm als befürchtet ausgefallen ist. Wie eine Bahnsprecherin laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sagte, sei das Ziel der GDL, Bereiche der Infrastruktur zu bestreiken und ihren Tarifbereich auszuweiten, „nicht erreicht“ worden. Im Fernverkehr waren immerhin rund 30 Prozent der Züge unterwegs, im Nahverkehr konnte ein Fahrplanangebot von rund 40 Prozent realisiert werden – jedoch mit teilweise regional starken Unterschieden.



Gelöst ist der Konflikt zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft indes weiterhin nicht. Es gibt Uneinigkeit darüber, wann die Beschäftigten Einkommenserhöhungen bekommen sollen. Gerungen wird auch um eine mögliche Corona-Prämie sowie die Betriebsrenten. Anders als die EVG will die GDL in diesem Jahr keine Nullrunde hinnehmen. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen. Außerdem rivalisiert die GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Mitglieder bei der Bahn.

Der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel forderte inzwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, sich aus dem Tarifkonflikt bei der Bahn herauszuhalten. Die Konkurrenzgewerkschaft sei davon überzeugt, „dass diese Tarifrunde ausschließlich durch die Verhandlungspartner selbst gelöst werden muss“, schrieb Hommel in einem Brief an Scheuer. Der CSU-Politiker hatte den GDL-Streik in den vergangenen Tagen kritisiert und die Gewerk­schaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.


Quelle: EVN