Verkehrsministerium prüft neue Regel für Bahnreisende – EVG: „Zugbegleiter sind keine 3G-Kontrolleure“

Bahnkunde im ICE während einer Ticketkontrolle | Foto: DB AG / Patrick Kuschfeld

Der Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sogenannte 3G-Regel auch in Zügen durchzusetzen, stößt auf breite Kritik. Gegenwind kommt unter anderem von der Polizei und der Eisenbahngewerkschaft EVG.

BERLIN | Sollte die Regelung umgesetzt werden, dürften künftig nur noch Geimpfte, Genesene oder getestete Personen mit der Bahn fahren. „Die Bundespolizei hat kein Personal über, um als ,Corona-Polizei‘ bei Verkehrshalten in wenigen Minuten Impfbücher von Reisenden zu kontrollieren“, stellte der Vize-Vorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Jörg Radek, laut einem Bericht der Bild-Zeitung klar.

Auch bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sieht man das mögliche Vorhaben skeptisch: „Die EVG warnt davor, die Kontrollen auf das Zugpersonal abzuwälzen! Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter waren und sind keine Maskenpolizei und sie sind auch keine 3G-Kontrolleure.“ Diese Vorstellung sei außerhalb jeder Realität, sagte EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel zu Bild.



Ohne zu beschreiben, wie und vor allem durch wen entsprechende 3G-Kontrollen durchgeführt werden sollen, erklärte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag in der Bundespressekonferenz schlicht: „Mit Blick auf die Vergangenheit und auf das was wir in den Verkehrsmitteln an Erfordernissen ja schon haben, scheint es nicht ganz ausgeschlossen, das auch kontrollieren zu können.“

Aktuell werde die Einführung der 3G-Regelung für den Fernverkehr der Deutschen Bahn geprüft. Tim Alexandrin, Pressesprecher des Bundesverkehrsministeriums, teilte am Freitag dazu mit: „Wie es in der Bundesregierung üblich ist, werden Prüfaufträge ordnungsgemäß abgearbeitet.“ Einen zeitlichen Rahmen, wie lange die Prüfung andauern werde, konnte er jedoch nicht nennen.


Quelle: EVN