Virologe Streeck bezweifelt Sinn der 3G-Regel in Bahnen

Virologe Hendrik Streeck zu Plänen einer 3G-Regelung in Zügen | Foto: DB AG / Streeck

Virologe Hendrik Streeck hat sich kritisch über eine mögliche Einführung der sogenannten 3G-Regel in den Zügen der Deutschen Bahn geäußert. Danach dürften künftig nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete einen Fernzug besteigen.

BONN / BERLIN | Grundsätzlich halte er das 3G-Prinzip für sinnvoll, sagte er der Bild (Samstagausgabe). Allerdings würden im Hinblick auf den Herbst und Winter „nicht die Bahn oder das Flugzeug“ zum „Super-Spreading-Event“ werden.

Dies sei im vergangenen Herbst und Winter auch nicht der Fall gewesen. Es habe „nicht die großen Ausbrüche“ in Zügen gegeben, obwohl es damals weder Impfstoff noch Schnelltests gab, so Streeck. Die Menschen würden sich mit dem Coronavirus weiterhin „vor allem in privaten Haushalten“ anstecken. Die Evidenz dafür, dass sich Menschen bei Zugfahrten infizierten, sei dem Virologen zufolge sehr gering.


Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Freitag, dass die Bundesregierung entsprechende Pläne verfolge, den Zugang zu Zügen im Fernverkehr und Inlandsflügen künftig nur noch Geimpften, Genesenen oder getesteten Personen zu gewähren. Als Vorbild für einen solchen Schritt nannte Seibert Frankreich, wo die Nachweispflicht bereits im Fernverkehr gelte. Die Bahn wollte sich zunächst nicht zu den Plänen äußern.

Kritik kam bereits von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). So mahnte Vorstands­mitglied Kristian Loroch, dass Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auch „umsetzbar und praktikabel“ sein müssten. Eine Kontrolle durch das Zugpersonal sei „nicht tragbar“.


Quelle: EVN / dpa / dts Nachrichtenagentur