Bahnvorstand kritisiert dritte Streikwelle – Seiler: „Ein Tarifvertrag lässt sich nicht diktieren“

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler | Foto: iStock / AdventurePicture / DB AG

Die Deutsche Bahn hat auf die neue Streikankündigung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) reagiert und bezeichnet die anstehende dritte Streikwelle als „völlig überzogen“.

BERLIN | „Ein Tarifvertrag wird in Verhandlungen erzielt und lässt sich nicht diktieren“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Montag in Berlin. „Dieser erneute Streik bringt uns einem Tarifabschluss kein Stück näher.“ Der GDL-Spitze gehe es nach Ansicht des Staatskonzerns „ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten – und das zu Lasten der Reisenden und der Wirtschaft.“ Der Bahnvorstand forderte die GDL erneut dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Beide Seiten lägen lediglich bei der Laufzeit auseinander. Gewerkschaftschef Claus Weselsky betonte hingegen vor Pressevertretern abermals, dass die Bahn weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe.

Die Lokführergewerkschaft hat am Montag neuerliche Streiks im Bahnverkehr angekündigt. So soll ab Mittwoch, 17 Uhr, der Güterverkehr und ab Donnerstag, 2 Uhr, der Personenverkehr, die Infrastruktur und die Fahrzeuginstandhaltung bestreikt werden. Der Ausstand soll bis zum 7. September, 2 Uhr, andauern.


Die Bahn rechnet damit, dass sie im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots fahren kann, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent. „Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben“, teilte der Konzern mit. Zudem behielten alle bereits gebuchten Fahrkarten des Fernverkehrs vom 2. bis einschließlich 7. September ihre Gültigkeit. Diese könnten nach Angaben der Bahn zwischen dem 30. August und einschließlich 17. September flexibel genutzt werden. Bei Sparpreisen und Super Sparpreisen werde die Zugbindung aufgehoben. Für die Weiterfahrt können auch andere Züge genutzt werden, dies gilt auch für Züge des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn), hieß es weiter. Auch eine kostenfreie Erstattung der bereits gekauften Tickets sei möglich.


Quelle: EVN