Droht weiterhin ein Fünf-Tage-Streik? – GDL schweigt zum neuen Angebot der Bahn

Lokführergewerkschaft GDL bestreikt Deutschen Bahn | Foto: Imago / Political-Moments

Mit einem neuen Angebot will die Bahn den fünftägigen Ausstand noch kurz vor knapp abwenden. Ob das gelingt, ist bislang unklar. Im Güterverkehr hat der Arbeitskampf am Mittwochabend bereits begonnen.

  Aktualisiert | 1. September 2021, 22.20 Uhr  

FRANKFURT / BERLIN | Wenige Stunden bevor am Donnerstagmorgen um 2 Uhr der angekündigte Streik auch auf den Personenverkehr der Deutschen Bahn ausgeweitet wird, hat sich der Konzern am Mittwochabend mit einem neuen Angebot an die Lokführergewerkschaft GDL gewandt. Die Bahn bietet der GDL darin eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro an. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrages kommt sie der Gewerkschaft etwas entgegen und bietet 36 statt bisher 40 Monate. „Gleichzeitig bieten wir eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent – genau das fordert auch die GDL“, betonte Personalvorstand Martin Seiler. „Es gibt also gar keinen Grund, sich Verhandlungen und anschließend einer Einigung zu verweigern“, fügte er hinzu.

Das Angebot sei der Gewerkschaft schriftlich unterbreitet worden, teilte das Unternehmen mit. Von Seiten der GDL war am Abend zunächst nichts zu dem Angebot zu hören. Die Gewerk­schaft hatte zuletzt unter anderem eine Lohnerhöhung in zwei Schritten von insgesamt 3,2 Prozent in 28 Monaten, eine Corona-Prämie von 600 Euro und eine bessere Regelung bei den Betriebsrenten gefordert.

Sollte die Lokführergewerkschaft an ihren Plänen festhalten, wäre es innerhalb von wenigen Wochen die dritte und bislang längste Streikrunde im aktuellen Tarifstreit. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Ausstand diesmal dauern. Erst ab Dienstagmorgen könnte der Bahnverkehr wieder weitgehend normal laufen.

Im Hintergrund des Tarifkonflikts schwelen nicht nur finanzielle Fragen: Nach Ansicht vieler Beobachter wie Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder von der Universität Kassel geht es im aktuellen Konflikt auch um den Machtkampf mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrs­gewerkschaft (EVG).


Quelle: EVN