Dritter Bahn-Streik gestartet – Merkel hofft auf zügige Lösung des Tarifkonflikts

Mitarbeiter auf einem Rangierbahnhof | Foto: DB AG

Die Lokführergewerkschaft GDL hat am Mittwoch ihren dritten Arbeitskampf gestartet. Der aktuelle Ausstand soll fünf Tage andauern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft unterdessen auf eine rasche Verständigung im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn.

  Aktualisiert | 1. September 2021, 17.47 Uhr  

BERLIN | Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin sagte, hoffe die Kanzlerin, dass „zügig eine für alle Seiten tragfähige Lösung“ gefunden werde. Die Regierung appelliere zudem an die Verhandlungspartner, auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie negative Auswirkungen auf die Fahrgäste und die betroffene Wirtschaft „wirklich auf das unvermeidbare Maß“ zu beschränken.

Mit Blick auf Rufe nach einem Einschreiten des Bundes als Eigentümer der Bahn betonte Seibert, im Sinne der Tarifautonomie sei es Sache der Tarifpartner, zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Dies habe sich in Deutschland bewährt. Daher mische sich die Kanzlerin grundsätzlich nicht in Tarifauseinandersetzungen ein.

Gestartet ist die dritte Streikwelle am Mittwochabend im Güterverkehr, der Personenverkehr sowie die Bahn-Infrastruktur sollen ab Donnerstagfrüh folgen. Der Arbeitskampf soll bis zum kommenden Dienstag andauern. Die GDL fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. Neben vielen Bahnreisenden trifft der mehrtägige Ausstand nach Angaben von Wirtschafts­verbänden vor allem die Stahlindustrie, Auto- und Maschinenbauzulieferer sowie die chemische und die Mineralöl­industrie.

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo rechnet damit, dass sich die Auswirkungen des Arbeitskampfes nach und nach bemerkbar machen. Die Bahn kündigte an, bestimmte Güterzüge in Abstimmung mit den Frachtkunden zu priorisieren. Der Konzern werde versuchen, insbesondere versorgungsrelevante Güter pünktlich zuzustellen. Hierzu seien Kooperationspartner mit dem Fahren von Zügen beauftragt worden, hieß es. DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta erklärte am Mittwoch, dass sie damit rechne, dass Kunden ihre Transporte auf Lastwagen verlagern. Damit sei der Arbeitskampf auch ein „Streik gegen das Klima“. 


Quelle: EVN / dpa