Bahn-Streik auch im Personenverkehr angelaufen – GDL will neues Angebot prüfen

Fast leerer Bahnsteig am frühen Morgen | Foto: DB AG / Christian Bedeschinski

Nachdem der dritte Ausstand am Mittwochabend im Güterverkehr bereits begonnen hat, stehen seit Donnerstagmorgen, 2 Uhr, nun auch die Personenzüge zu einem großen Teil still. Zum neuen Tarifangebot der Bahn hat sich die Lokführergewerkschaft GDL zunächst nicht offiziell geäußert.

FRANKFURT AM MAIN / BERLIN | Wie angekündigt, ist die dritte Streikwelle, die fünf Tage lang dauern soll, angelaufen. Die Deutsche Bahn hatte der GDL am Mittwochabend ein neues Angebot vorgelegt. Demnach schlägt sie nun eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro vor. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrages kommt sie auf die Gewerkschaft zu und bietet statt 40 jetzt 36 Monate. Personalvorstand Martin Seiler betonte am Mittwoch, dass man eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent biete – genau wie von der GDL gefordert. Es gebe daher keinen Grund mehr, „sich Verhandlungen und anschließend einer Einigung zu verweigern“, so Seiler weiter.

Laut einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch­abend, dass man sich bis Donnerstagvormittag Zeit nehme, das Angebot zu prüfen. Bis dahin solle der Streik „wie geplant“ weitergehen.


Die Gewerkschaft hatte zuletzt unter anderem eine Lohnerhöhung in zwei Schritten von insgesamt 3,2 Prozent in 28 Monaten, eine Corona-Prämie von 600 Euro und eine bessere Regelung bei den Betriebsrenten gefordert.

Sollte die GDL den Streik wie geplant durchziehen, müssten Bahnkunden bis voraussichtlich Dienstagmorgen mit erheblichen Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr rechnen. Die Bahn hat angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr soll rund 40 Prozent des sonst üblichen Angebots Bestand haben. Mit dem neuen Angebot, das der GDL am Mittwochabend unterbreitet wurde, hatte der Konzern noch im letzten Moment versucht, die Streikausweitung auf den Personen­verkehr abzuwenden.


Quelle: EVN