Bahn will Streik in zweiter Instanz stoppen – Berufungs­verhandlung vor Landes­arbeits­gericht

Kaum Reisende am Berliner Hauptbahnhof wegen GDL-Streik | Foto: DB AG / Dominic Dupont

Nach der Niederlage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt gegen die Lokführergewerkschaft GDL geht die Bahn an diesem Freitag in die zweite Instanz, um den Streik doch noch zu stoppen.

BERLIN / FRANKFURT AM MAIN | Der Konzern wolle das Urteil vom Donnerstagabend nun vor dem hessischen Landesarbeitsgericht prüfen lassen, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. „Wir waren uns bewusst, dass die Hürden in einem Eilverfahren sehr hoch liegen und dass das Streikrecht in Deutschland mit gutem Grund sehr geschützt ist“, hieß es von Seiten der Bahn. „Dennoch sehen wir es als unsere Verantwortung, im Interesse unserer Kunden nichts unversucht zu lassen, den Streik zu beenden.“

Mit der Einstweiligen Verfügung wollte die Bahn den Lokführerstreik stoppen, den die GDL am Donnerstag auch auf den Personenverkehr ausgeweitet hatte. Das Arbeitsgericht wies den Antrag zurück. Zuvor war der Versuch des Vorsitzenden Richters Volker Schulze gescheitert, mit einem Vergleich beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückzuholen.

Die GDL hatte es erneut abgelehnt, in Gespräche einzutreten, bevor nicht ihre sämtlichen Forderungen aus dem Mai erfüllt würden. Der Arbeitskampf der GDL geht vorerst wie geplant weiter und soll erst am Dienstagmorgen enden.

Um die Auswirkungen für die Fahrgäste allerdings ein wenig abzumildern, hat die Bahn angekündigt, zum Wochenende die Kapazitäten im Fernverkehr von derzeit 25 auf dann 30 Prozent zu erhöhen. Trotz der Umstände wolle man den Reisenden ein möglichst stabiles Grundangebot anbieten.


Quelle: EVN / dpa