Schienennetz war im August acht Prozent überlastet

Güterzug auf freier Strecke | Foto: DB AG / Volker Emersleben

Trotz coronabedingtem Passagier­rückgang sind im August acht Prozent des Schienen­netzes überlastet gewesen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrs­ministeriums an den Grünen-Haushalts­politiker Sven-Christian Kindler hervor.

BERLIN | Demnach betrafen die Überlastungen alle Regionen der DB Netz AG. Selbst nachts wies die Bahn im August für drei Prozent der Streckenkilometer eine Auslastung von mehr als 110 Prozent aus, zwischen 16.00 und 19.00 Uhr stieg der Anteil auf acht Prozent, heißt es. Darüber berichtet das Nachrichtenmagazin Focus.

Kindler macht für die Schienenstaus ein „systematisches Kaputtsparen“ der Bahn und eine „jahrelange ‚Straßenbau first‘-Politik der Union“ verantwortlich. „Nach der Bundestagswahl brauchen wir ein Jahrzehnt ‚Schiene first‘“, sagte der Grünen-Politiker. Sonst seien weder die Verkehrsverlagerung auf die Bahn noch Klimaschutzziele erreichbar.

Während das Netz seit 1995 um 15 Prozent geschrumpft sei, habe der Güterverkehr um 80 Prozent zugelegt. Zu dieser Berechnung kommt das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene. Deren Geschäftsführer Dirk Flege warnte im Focus, das „Gedrängel auf den Gleisen“ sei „zum ernsten Standortnachteil“ für Deutschland geworden.


Quelle: EVN / dts Nachrichtenagentur